Skandinavienreise IV Bodø, Zug und Schiff

Per Nachtzug verlassen wir Trondheim und weiter geht die Reise nach Bodø.

Die Stadt Bodø bietet dem Spaziergänger beim Kurzbesuch nicht so viel historisches: im zweiten Weltkrieg stark zerbombt ist die Endhaltestelle der Eisenbahn ein vor allem von modernen Bauten und industriellem Hafen geprägt.

Nach einem kleinen Stadtspaziergang ging es auf Weiterfahrt mit der alten Postschifflinie „Hurtigruten“ über Nacht über die Lofoten bis nach Tromsø. Ein paar Eindrücke im letzten (und am Folgetag dann ersten) Licht:

Skandinavienreise II – Trondheim: Handelsstadt und Bischofssitz

Trondheim, hier steht die größte gotische Kathedrale Nordeuropas. das erzbischöfliche Palais war Ausgangspunkt der Mission in Nordeuropa und damit auch Machtzentrum des Nordatlantik-Raumes im Spätmittelalter.

Gleichzeitig ist Trondheim über die Jahrhunderte ein bedeutender Handelsposten auf den Routen entlang der norwegischen Küste geworden. Handelshäuser in der Innenstadt erzählen davon.

Skandinavien-Rundreise I – Oslo

Nachdem Corona mir leider den lang ersehnten zweiten Aufenthalt in Ny Alesund vermasselt hat, möchte ich jetzt endlich die Bilder meiner Rundreise durch Skandinavien, die ich im Frühjahr gemacht habe, teilen. Im März, noch fast im Winter also, ging es über Oslo und Trondheim bis Tromsø, wo mich der rote Strich auf dem Schnelltest dann ausbremste…

Doch begleitet mich erst mal auf einen Spaziergang durch die Kultur- und Seefahrtsstadt Oslo:

Zwischen Rathaus, Festung, Oper und Museen zieht sich der Oslo-Fjord bis in den Stadtkern und prägt so das Stadtbild, das von mittelalterlicher Festung bis zu modernsten Glasbauten Hand in Hand geht. Zu Museen und Stadtgeschichte habe ich bei den Bildern aus dem Sommer und im Winter schon einiges geschrieben, daher genießt einfach die seltenen Bilder Oslos bei Sonne.

Herbst in Thüringen – BuGa

Ich möchte euch einladen, mich auf die BuGa 2021 nach Erfurt zu begleiten. Den Anfang machen wir hoch über den Dächern der Stadt: Auf der Zitadelle auf dem Petersberg, die auf den Mauern eines alten Klosters steht. Die Eindrücke dieses leider etwas regnerischen Tages lasse ich mal größtenteils unkommentiert.

Während hier oben auf dem Petersberg Geschichte des Gartenbaus im Mittelpunkt stand und auch die Geschichte des Geländes mit Kloster und Festung wieder aufgegriffen wurde, waren im egapark verschiedenste Bildungsthemen und Wissenserwerb im Vordergrund. Das Gelände, das nicht zum ersten mal eine BuGa beherbergte, bot Infomöglichkeiten und Ausstellungen zu verschiedenen Themen. Das umfasste Nachhaltigkeit im eigenen Garten mit Beispielen zu Nutzpflanzenanbau, Dachbegrünung, Kompost, wie auch einen Erlebnis-Weg, auf dem man wissenswertes über Boden, Atmosphäre, Tiere und Pflanzen lernen konnte.

Ein paar kleine Eindrücke vom Heimweg durch Weimar und entlang von Ilm- und Saaletal möchte ich euch aber nicht vorenthalten:

Forschergemeinschaft Ny Alesund im Herbst

Nachdem ich 2018 schon ein Semester in der Arktis studiert habe, bot sich diesen Herbst durch eine Messkampagne meines Instituts die Möglichkeit, noch einmal ein paar Wochen auf Svalbard zu verbringen. HIER hab ich euch schon einmal mitgenommen, in das kleine Forscherdorf Ny Alesund. Begleitet mich dieses mal gerne wieder.

Starten wir am ersten Haus, was man zu sehen bekommt: Dem Rezeptionsgebäude. Hier hin fährt der Kleinbus, der einen auf dem Flugfeld von der 14 sitzigen Dornier-Propellermaschine abholt. Hier ist der Mittelpunkt des Dorfes: Zu den drei Mahlzeiten am Tag kommen zu Fuß, per Fahrrad, Pickup oder Radlader die Teammitglieder der Forschungsstationen, Logistiker, Küchencrew und alle andren, die zum Betrieb eines kleinen Dorfes nötig sind, im Speisesaal zusammen. Hier wird abends gefeiert, und auf dem Sofa zusammen gesessen.

Speisesaal, Flughafen Check in, Bar, Chillout lounge, Wäscherei, Vermietung. All das ist dieses Gebäude

Das Dorf besteht im Kern aus der Firma Kings Bay, die aus einer alten Minenfirma hervorgegangen ist, und nun die Logistik für alle Forschungsstationen und das ganze Dorf betreibt, sowie aus den Forschungsstationen verschiedener Länder, die in den historischen Gebäuden des Dorfes untergebracht sind, oder auch ein paar Neubauten errichtet haben.

Links die Svedrup-Station des norwegischen Polarinstitutes, das legendäre blaue Haus in der Mitte ist das Herzstück der Deutsch/französischen AWIPEV Station, die unser Gastgeber war. Rechts hinter der Fahnenstange ist die frühere Krankenbaracke der Minen, die jetzt ein Gästequartier für kurzzeitige Besucher darstellt.

Diese Gemeinschaft von Forschern und Technikern und Logistikern, die sich der Arbeit in der rauen und nicht ungefährlichen Landschaft auf 79° nördlicher Breite verschrieben haben, macht es – gerade in diesen durch Corona etwas anstrengenden Zeiten immer wieder schön, hier her zu kommen: Auch wenn jede und jeder vor Ort eine andre Rolle hat, die Arktis aus andren Augen sieht, die durch Arbeit und Hobbys geprägt sind, teilen alle die Begeisterung für diese Landschaft und die Neugierde, gemeinsam mehr darüber zu lernen. Von Mikrobiologie über Gravimetrie ( Messungen, die mit Schwerkraft zu tun haben) von Ozeanographie bis hin zu Raketen-Kampagnen, bei denen Messgeräte zu den Polarlichtern geschickt werden, habe ich über ganz verschiedene Themen der Wissenschaft ein bisschen was dazu lernen können in diesen Wochen. Durch Gespräche am Tisch, durch Vorträge, in denen Gruppen ihre aktuellen Projekte vorstellen und vieles mehr. Und auch Handwerker, Ingenieure, Köche und andre, die mit anpacken, teilen hier oben die Neugierde und Begeisterung. Und auch von ihren Erfahrungen und Erlebnissen kann ich noch was mitnehmen. Man kommt in eine Gemeinschaft, die in ihrer Internationalität und Weltoffenheit gleichzeitig durch ihre gemeinsame Begeisterung für die Arktis und die Forschung in dieser abgelegenen Lage wieder sehr exklusiv ist und sehr große Schnittmengen und gemeinsame Interessen hat. Forschung funktioniert nur im Team. Und auch über die Grenzen eines Bereiches hinaus funktioniert dieses Team: Das ganze Dorf zieht an einem Strang und bildet eine Gemeinschaft. Eine sehr verrückte Gemeinschaft, in der es nicht unüblich ist, dass 7 erwachsene Männer mit großer Begeisterung einen Heliumballon mit einem Elektroauto spazieren fahren, wie Fieke, die Stationsingenieurin, die für die Beobachtungen und Messungen der AWIPEV-Station verantwortlich ist, wunderbar beobachtet. Und ja, das sind unsre Leute, die sie da porträtiert hat. Schaut mal bei ihr vorbei: www.arcticreporter.com

Was haben wir nun da oben getrieben mit dem großen Ballon? BELUGA war das weithin sichtbare Zeichen, das die verrückten Ballon-Leute aus Deutschland wieder am messen sind: ein großer Helium-Fesselballon, der verschiedene Messgeräte vom Boden bis in eine Höhe von 1500m bringen kann. Hier ists auf der Uniwebseite beschrieben, was wir damit vor haben. Die Arktis spielt eine entscheidende Rolle bei der Erwärmung der Erde. Diese Rolle besser zu verstehen, ist übergeordnetes Ziel unseres Forschungsprojektes und vieler anderer Messreihen zu Land zu Wasser und in der Luft, die damit verknüpft sind.

Forschung in Ny Alesund ist nicht immer einfach. Manche Schwierigkeiten beginnen schon in kleinen Details. Alle Leute im Dorf, die einem entgegen kommen, laufen mit Funkgeräten rum. Kann man die nicht einfach auf dem Handy anrufen? Nein: In Ny Alesund ist zum Schutz der sensiblen Messungen der Frequenzbereich für die Nutzung verboten, in dem Handynetz, WLAN, Bluetooth, Fernsteuerungsautos usw. liegen. Das führt dann zu so spannenden Konstruktionen wie Smartphones am LAN-Kabel ( glücklicherweise gibts dort LANkabel in jedem Raum in ausreichender Menge. ) Das führt aber auch dazu, dass WLAN und Co. bei der Konzeption der Messinstrumente und der Kommunikation mit den Instrumenten in der Luft ausgeschlossen sind. Neben den Wetterbedingungen ist das eine zusätzliche Herausforderung, die einen zum umdenken zwingt, wenn man den Komfort der „Zivilisation“ gewöhnt ist. Zu unserer eigenen Arbeit erzähle ich euch ggf. im Frühjahr noch mehr, seid gespannt.

Zu guter letzt lade ich euch noch auf einen Streifzug durch den historischen Ort ein, der in seinen Bauten von einer Geschichte als Kohleminen-Siedlung und Forschungsbasis erzählt.

Sommereise II: Faltboot und Spreewald

Eine alte RZ 85, Zelt und Paddelkarte, das sind die nötigen Zutaten für die Erkundung des Spreewaldes gewesen. Eigentlich Mecklenburg anvisiert, haben wir spontan aufgrund der Wettervorhersage umentschieden. Ob sich das gelohnt hat?

Der Spreewald ist auf jeden Fall ein wunderschönes Gebiet zum paddeln. Leider ist die Dichte der Zeltplätze, auf die Wasserwanderer im Naturschutzgebiet nun mal angewiesen sind, nicht allzu hoch und auch einige der als „Kanurastplatz“ kartierten Plätze existieren gar nicht mehr. Dennoch war es in knapp vier Tagen auf dem Wasser gut möglich, einen großen Teil des Spreewalds kennen zu lernen. Die meisten Gewässer haben nur sehr wenig Strömung, Höhenunterschiede können mit Selbstbedienungs-Schleusen überbrückt werden.

DIe kleinen Ortschaften sind komplett um die Kanäle und Nebenarme der Spree angelegt, jedes Haus besitzt einen Wasserzugang mit Anlegestelle für die großen Spreewaldkähne. Inzwischen sind aber auch alle Ortschaften ans Straßennetz angeschlossen.

Unwetter im Mai

Ein weiterer Spaziergang im Park: Rund um die Abraumhalde als höchste Erhebung der Region findet man ein paar Falken mit sehr geringer Fluchtdistanz. Bei anstehendem Schauerwetter wollte ich die Chance nutzen und ein paar Bilder vor spannenderem Hintergrund als blauem Himmel schießen.

Perspektivenwechsel: Über den Dächern

Manchmal, so wusste schon John Keating, der Lehrer aus „Dead poets society“, muss man die Dinge aus einer anderen perspektive betrachten. Daher lade ich euch ein, mir aufs Dach zu steigen. Auf dem Hausdach, auf halber Höhe über den Bäumen bekommt man noch einmal einen andren Eindruck, als von den hohen Aussichtspunkten der Region. Daher hab ich es mir auf dem Hausdach gemütlich gemacht und euch mitgenommen:

„Brausen frühlingstolle Stürme“ – Parkspaziergang

Gestern Abend im Park. Es lockt und zieht mich nach draußen. Ein Lied, das ich vor einigen Jahren schon mal im Blogbeitrag hatte, schwirrt mir durch den Kopf. Der Frühling ist dieses Jahr sehr wechselhaft und wie das Wetter auch die Stimmung. Hochphasen und Sonnenschein wechseln sich ab mit der Enttäuschung und Wut nach einem Jahr Corona. Doch die Natur blüht auf, der ist egal, was wir Menschen gerade durchmachen. Wie unsre Gesellschaft und Wirtschaft reagiert. Im grünen zwischen Tieren und Pflanzen, die in Farben und Tönen herausschreien: „Schaut her, ich lebe“ überwiegt die Lust am Leben dann auch bei mir.

„Endlich trocknet der Landstraße Saum“ und mit ihm die Tränen und die Sehnsucht wächst. nach Gitarren am Feuerplatz, nach Nächten im Zelt und längeren Touren.

Die Spannung zwischen Leben und Energie wird auch im Blick deutlich: Nach unten gerichtet auf das Grün der Umgebung schreit junges Leben heraus, „hier bin ich“. Jung, klein und oft verletzlich. Es übernimmt Ruinen wie das alte Parkkrankenhaus, das im Waldgebiet fast verschwindet.
Der Blick nach oben erzählt von der gleichen Energie, die auch die Pflanzen mitbringen. Nur in wesentlich gewaltigerer Form. Kalte Luftmassen und warmer Boden durch starke Sonneneinstrahlung bringen im April und Mai große Energieunterschiede zusammen, die sich in Schauern und Gewittern entladen können.

Frühjahr in Leipzig: Das ehemalige Parkkrankenhaus

Ein weiterer Frühlingsspaziergang hat mich zum ehemaligen Parkkrankenhaus verschlagen. Seit ca. 10 Jahren leer stehend, ist das Parkgelände mit den einzeln stehenden Gebäuden inzwischen an einen Investor verkauft und wird saniert zu komfortablen ( und teuren) Wohnungen im grünen Randgebiet Leipzigs.