Ein Segelschiff für zwischendurch

10. Oktober früher Nachmittag auf der Ostsee zwischen Sonderburg und Eckernförde: Temperaturen um 10 Grad, westlicher Wind um 6 Windstärken, Böen 7. Durchzug einer Kaltfront mit etwa einer Stunde heftigem Niederschlag. Die Gruppe hat sich unter Deck verzogen, zu viert halten wir gut eingepackt und mit Tee und Kaffee versorgt Wache. Dann reißt der Himmel auf. Vor uns noch tiefschwarz, hinter uns strahlend blau mit einem Regenbogen. Und klar ist: Das war es wert, Regen, Kälte und starkem Wind zu trotzen.

Und klar ist außerdem: Dieses Gefühl jungen Menschen zu vermitteln. ist eine Freude für alle Beteiligten. Ohne Treibstoff zu verbrauchen und CO2 zu emittieren zu reisen, historisches Handwerk aufleben zu lassen. Diese Fertigkeiten sind es wert, erhalten und gepflegt zu werden.

Wieder habe ich eine tolle Woche auf der Zuversicht, der alten Dame aus Nyborg verbracht, einem über 100 Jahre alten Marstal-Schoner. Mehr davon lest ihr bald auf der Webseite unseres Projekts im Bericht einer Teilnehmerin.

Darßer Ort – Urwald und Leuchtturm

Eine weitere Radtour führte uns zum Leuchtturm Darßer Ort an der West-Spitze des Darßes. An dieser Engstelle zwischen Deutschland und Dänemark müssen alle Schiff vorbei, die in die Ostsee wollen.

Das Gebiet wird geprägt durch den Darßer Urwald, einen Dünenwald, der über die Jahrtausende auf den von Sand, Wind und Wasser geformten Nehrungshaken entstand. Da dieser Nehrungshaken immer wieder Wellen im Boden bildet, wechseln sich tief liegende Sumpfflächen mit trockenen Kiefern- und Buchenwäldern auf engem Raum ab. Der Leuchtturm, den wir hier sehen, wird in spätestens 50 Jahren nicht mehr existieren: Die westliche Anströmung der Halbinsel wird nach und nach den Weststrand so weit wegfressen, dass der Leuchtturm zurückgebaut werden muss. Ein neues Leuchtfeuer wird zur Sicherung der Landspitze gebaut werden.

Auf dem Rückweg trafen wir noch auf dieses Fahrzeug: Das Tochterboot des Seenotrettungskreuzers Theo Fischer. Über die Seenotrettung in Deutschland habe ich schon ein paar mal geschrieben. Sie wird ausschließlich durch Spenden finanziert! Schaut hier mal auf die Seite der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger!

Unwetter

Ein paar Eindrücke eines anderen Tages auf Zingst. Im Laufe des Abends zog eine beachtliche Schauerlinie über uns hinweg.

Schon auf den Bildern am Nachmittag ist die Labilität der Luftschichtung gut zu erkennen: die vertikale Struktur und Ausdehnung der Wolken deutet auf aufsteigende Luftmassen hin. Am frühen Abend kippt diese Lage dann: die Energie der Aufwärtsbewegung formt eine „Schauerlinie“ oder „Wallcloud“. Für so eine große Struktur aus Schauer bzw. Gewitterwolken ist eine ausreichende Labilität in der Schichtung nötig, also warme Luft, die unter Kälterer liegt und aufsteigen will, sowie die richtigen Windverhältnisse, insbesondere eine kräftige Windscherung, d.h. Windrichtungs bzw. Geschwindigkeitsdifferenz in verschiedenen Höhen innerhalb der Wolke. Nur durch Scherung werden der Aufwind und der Abwind durch die fallenden Tropfen stark genug räumlich getrennt, um solche Strukturen zu formen, die für extreme Unwetter sorgen können. In unserem Fall blieb es bei etwas Regen.

Unser Messplatz diente verschiedenen Messreihen: Die Grenzschicht der Atmosphäre, also der unterste Teil der Troposphäre, ist geprägt durch Reibung und Energieaustausch mit dem Boden. Diese Effekte zu messen war Ziel des Mess-Praktikums. So hat beispielsweise der große Windmast eine vertikale Veränderung der Windgeschwindigkeit ermittelt. Der Wind nimmt nämlich in Bodennähe drastisch ab. Mit einer zweiten Windmessung mit Hilfe von Ultraschall wurde die Turbulenz des Windes vermessen. Auch Sonnen-Einstrahlung und Wärmeabstrahlung des Bodens wurden ermittelt.

Ny Alesund zwei: Eisberge

Ich habe völlig vergessen, euch noch die Eisberge aus Ny Alesund zu zeigen:

Der alte Zeppelinmast

 

 

Von Gletschern abgebrochen, treiben Eisberge jeder Größe im Fjord. Durch hohe Tide und Sturm werden sie gelegentlich auf den Strand geschwemmt. Ein Gtück für uns Photographen.

Folglich sind diese Blöcke sämtlich aus Süßwasser.

Abschied von Ny Alesund

Ny Alesund

Letzte Woche waren wir von der Uni aus zu Gast in der Forscher-Siedlung Ny Alesund, noch mal 100km nördlich von Longyearbyen. Für Touristen nur auf dem Seewege zu erreichen, nehmen wir das gleiche Verkehrsmittel, wie alle, die dort arbeiten oder forschen:

Kommt ihr mit?

Der Pilot ist zugleich Eigentümer der Brauerei von Longyearbyen. Seine Sicherheitskontrolle beschränkte sich darauf, dass er sich vor der Hangar-Tür aufbaute, die Hände in die Seiten stemmte und fragte, ob wir Munition oder brennbare Stoffe im Gepäck hätten. Wäre nicht schlimm, er wüsste es nur gern im Voraus.

Dann wurden die Handys für die nächsten Tage abgeschaltet, und wir machten uns auf den Weg. Um die Forschungsarbeiten nicht zu stören, ist Ny Alesund eine „radiofreie Zone“: Im Frequenzbereich zwischen 1 und 30 Ghz wird in der ganzen Siedlung und Umgebung kein Signal gesendet.  Das heißt: Kein Handynetz, kein WLAN, kein Bluetooth, selbst ne drahtlose Maus ist verboten. Kommunikationsmittel sind klassische Kabeltelephone und UKW-Handfunkgeräte, die ja im Mhz-Bereich senden.

Anflug auf Ny Alesund rechts die Kantine und die Norwegische Forschungsstation, rechts neben dem Radiomast die Amundsenvilla und in der Mitte das blaue Gebäude der deutsch/französischen Station AWIPEV.

historische Holzhäuser

Die Geschichte Ny Alesunds beginnt vor hundert Jahren als Kohlemine. Nach einer ersten Kohle-Periode, war hier vor dem zweiten Weltkrieg ein Urlaubsort für die, die es sich leisten konnten. Anders als in Longyearbyen, wo fast die ganze Stadt zerstört wurde, hat bis auf zwei Gebäude, die von deutschen Soldaten abgebrannt wurden, Ny Alesund diie Kriegszeit unbeschadet überlebt. Bis in die 60er Jahre wurde hier nun wieder Kohle abgebaut.

 

Schon sehr früh war Ny Alesund aber auch Forschungsstützpunkt: Amundsen und andere nutzten den Ort als Ausgangspunkt für Expeditionen. Der alte Zeppelinmast erzählt noch davon.

Das ehemalige Krankenhaus

So gut wie alle Gebäude in Ny Alesund fallen unter das Denkmalschutzrecht, das auf Svalbard allgemein alles unter Schutz stellt, was vor 1946 gebaut wurde.

Die ganze Stadt gehört der Firma Kingsbay, die ursprünglich eine Minengesellschaft war, seit den 1960ern aber die Logistik und Technik für die Forschung am Ort zur Verfügung stellt. Die alten Gebäude werden als Büro- und Wohngebäude an die Forschungseinrichtungen vermietet und teilweise auch zu Observatorien umgebaut.

Auch der Flughafen und die Kantine, in der alle Bewohner der Siedlung gemeinsam essen (und Mittagsschlaf halten), wird von Kingsbay betrieben.

Messtechnik in Extrembedingungen

Viele Länder haben inzwischen hier Forschungsstationen eingerichtet: Eine Norwegische Station und eine deutsch / französische Station sind permanent besetzt, in diesem Winter soll auch die Italienische Station über den Winter besetzt bleiben.  Finnische, Chinesische, Indische und weitere Stationen und Forschergruppen sind über das Jahr hier zu finden.

Chinesische Forschungsstation

Aber, warum findet man die alle hier oben? Was interessieren sich deutsche oder chinesische Wissenschaftler für die Arktis?

Klar, spannende Themen wie Polarlichter und Eisbären interessieren Forscher der Fachgebiete unabhängig von ihrer Herkunft. Was aber viel wichtiger ist: Das Klimasystem der Erde beispielsweise kann nicht von einem Punkt zuhause aus betrachtet werden. Jede Information, die wir aus den POlargebieten bekommen, macht auch die Klimaprognosen für unsere Regionen besser.

Nordlicht über der Amundsen-Villa

Im Groben und Allgemeinen: Unser lokales europäisches Wetter ist primär von Tiefdruckgebieten, die auf dem Atlantik entstehen, bestimmt. Darüber liegt der „Jetstream“, der in großer Höhe als starkes Westwindband die polaren Luftmassen und die warme Luft der gemäßigten Breiten trennt. Diese Strömung ist die Grundlage unseres Wetters, da sie die Tiefdruckgebiete bewegt.  Dieser Westwind resultiert aus der Temperaturdifferenz zwischen kalter Arktis und warmen Subtropen. Wenn nun das Meereis schmilzt, wird die Arktis damit wärmer. Auch bei einer globalen Erwärmung von nur 1.5 Gard können das schon 4-5 Grad in der Arktis sein.

Welche Folgen die daraus resultierenden Abschwächungen des Jetstreams haben werden, ist schwer abzusehen, da die Variabität unseres Wetters sehr groß ist, und sich damit schwer ein Trend ableiten lässt. Eine mögliche Folge schwächerer Westströmung wäre kontinentaleres Klima in Osteuropa, was mit kälteren Temperaturen einherginge. Aber auch stabileres Winterwetter, da weniger Tiefdruckgebiete entstehen würden, und diese sich langsamer bewegen.

Der Zeppelinmast, Ausgangspunkt verschiedener Polarexpeditionen.

„KARL“ Das Lidar in der deutschen Forschungsstation…

Das genauere Verständnis der Mechanismen in der Arktis macht also auch ein präziseres Modellieren des Klimas in Deutschland möglich, und ermöglicht so einen präziseren Blick in die Zukunft. Daher gibt es auch in Deutschland verschiedenste Projekte, die die Infrastruktur hier nutzen, um Forschung zu betreiben. Beispielsweise AC³, ein Bündnis mehrerer Unis und Forschungseinrichtungen, dass sich mit dem Phänomen der „Arctic Amplification“ also der arktischen Verstärkung klimatischer Änderungen befasst. Teil davon war eine aufwendige Kampange mit Bodengebundenen Geräten, wie diesem LIDAR, Flugzeugen und der Polarstern, in der die Eigenschaften polarer Wolken genauer erforscht werden sollten, insbesondere die Zusammensetzung und die enthaltenen Aerosole.

 

…schießt einen gewaltigen Laserstrahl in den Nachthimmel.

 

Ein gewaltiges Projekt hat das deutsche AWI für das nächste Jahr angestoßen: „Mosaic“ Der Forschungseisbrecher Polarstern soll ein Jahr lang mit dem Meereis quer durch die Arktis driften. Interdiszplinell und international besetzt werden auf dieser Reise Daten und Messungen in gewaltigem Umfang erhoben.

Wenn ihr Ny Alesund besuchen wollt, empfehle ich eine Schiffsreise: Flugverbindungen gibt es nur für Forscher, Angestellte und deren Angehörige. Übernachtungsmöglichkeiten gibt es auch keine. Aber einen kleinen Hafen und einen Laden, der zwei Stunden in der Woche Alkohol und Schokolade und das nötigste für den Einwohner sowie Souvenirs für Touristen verkauft.

Einziger Zugang für Touristen: Der Seeweg.

Vom Morgenrot zum Abendlicht

Isdammen – das Süßwasserreservior der Siedlung

Die Tage werden merkich kürzer, nicht nur auf Svalbard. Hier jedoch besonders eindrucksvoll, da die Sonnenbahn sehr flach über dem Horizont liegt. Die goldene Stunde füllt also fast den ganzen Tag, die blaue Stunde einen großen Teil der Nacht. Jekophotos  hat ein schönes Tool, um die Zeiten für euren Wohnort selbst auszurechnen: etwa drei Stunden dauert im Moment die goldene Stunde. Wesentlich höher kommt die Sonne aber am ganzen Tag nicht, sodass die Lichtstimmung den ganzen Tag über spannend bleibt.

 

Natürlich nutzen wir das schwindende Licht noch für ausgiebige Wanderungen. Da das Adventdalen bereits zufriert, bot sich uns die Chance, das Flussdelta zu überqueren und Longyearbyen mal von „Gegenüber“ aus zu betrachten.

Alte und neue Technik: Kohle und Atmosphärenphysik

Neben den Spuren des Kohlebergbaus, die man überall auf Spitsbergen findet. sind auch viele Forschungseinrichtungen zu finden: Spitzbergen ist der wärmste Ort auf diesem arktischen Breitengrad, und der mit der besten Infrastruktur. Somit sowohl als Forschungsstützpunktals auch als Zwischenstation auf dem Weg in Richtung Nordpol sehr reizvoll.

Sehr viel Forschung wird hier u.a. im Bereich der Hochatmosphäre und des Erdmagnetfeldes sowie der damit verbundenen Aktivität der Polarlichter betrieben. Doch zu der Aurora borealis werde ich dann mehr erzählen, wenn ich erste eigene Aufnahmen zeigen kann.

Auf die offene See führt der Isfjord

Beschützt von hohen Bergen: Longyearbyen

Relikte der Kohleförderung

 

Etwas düstere Bilder habe ich vom zweiten Tag unserer Wandertour. Eine knappe Fußstunde von der Hütte entfernt, fanden wir die alte Siedlung Colesbukta vor, ehemals Verladestation und Unterkunft für die Minen im benachbarten Grumant. Eine Feldbahn stellte früher die Verbindung dar.

Wenn euch die Geographie interessiert, schaut mal auf diese Webseite: https://toposvalbard.npolar.no/ 

Die Ruinen wurden von verschiedenen Tieren zurückerobert: Meerstrandläufer sitzen in Scharen am Kiesstrand und stärken sich nach der Brut und Aufzucht für den Flug nach Süden.

Meerstrandläufer oder Fjæreplytt

Seltener zu besuch sind durchziehende Kanadagänse.

Wildgänse rauschen durch die Nacht…

 

Am alten Hafen

 

 

Wohnhaus der Grubenleitung

 

Im Backhaus

Kohlebergbau auf Svalbard war unter russischer Federführung ein lukratives Geschäft, doch in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts sanken die Erträge und der Aufwand rentierte sich nicht mehr. Heute wird noch Kohle abgebaut für den Eigenbedarf der Siedlungen, was aufwändigen Import von Brennstoffen vermeidet. Die Russischen Siedlungen und Bergwerke werden vor allem aus geopolitschen Gründen weiterbetrieben. Sollten sich wertvolle Rohstoffe auf der Insel unter norwegischer Flagge finden, so haben die russischen Firmen noch immer den Fuß in der Tür.

Auch militär-strategisch ist der Ort von nicht geringer Bedeutung. Im zweiten Weltkrieg befanden sich hier stark umkämpfte Stellungen der deutschen Wehrmacht: Spitzbergen bietet mit vergleichsweise warmem Klima und guter Infrastruktur für jeden, der Interessen in den Polargebieten hat, einen guten Ausgangspunkt. Auch für das (See-)Wetter unserer Breiten sind Informationen aus dem Gebiet Svalbards nicht zu verachten.

Sportliche Ertüchtigung

Nach all den zerstörerischen Eindrücken wenden wir uns mal lieber unserem Nachtquartier zu.

Unser Nachtquartier

Die Hütte am Kap Laila – übrigens ebenfalls von Russen erbaut und gepflegt – steht direkt auf den Klippen am Ufer und bietet so eine tolle Aussicht auf den sehr lange andauernden Sonnenuntergang. Zu dieser Zeit um die Tag-Nacht-Gleiche nähert sich die Sonne in einem Winkel von ungefähr 10 Grad dem Horizont.

Wer möchte ein Salzeis?

 

Der flammende Tag ist so langsam verglüht

Lebenswichtig: eine Wasserquelle nahe der Hütte

[Anmerkung: Normalerweise ist es gute Sitte, bei Urbex-Photos den Ort nicht zu verraten, um Vandalismus vorzubeugen. Ich sehe bei den Bildern auf Svalbard davon ab, da es einem Touristen nicht möglich ist, die Orte ohne geführte Tour aufzusuchen, und alle, die diese Möglichkeiten haben, um diese Orte wissen.]

Wenn die bunten Fahnen wehen…

Wenn die bunten Fahnen wehen,
geht die Fahrt wohl übers Meer.
woll´n wir ferne Lande sehen,
fällt der Abschied uns nicht schwer.
Leuchtet die Sonne,
ziehen die Wolken,
klingen die Lieder weit übers Meer.

Sonnenschein ist unsre Wonne,
wie er lacht am lichten Tag!
doch es geht auch ohne Sonne,
wenn sie mal nicht lachen mag.
Blasen die Stürme,
brausen die Wellen,
singen wir mit dem Sturm unser Lied.

 

Hei, die wilden Wandervögel
ziehen wieder durch die Nacht,
schmettern ihre alten Lieder,
daß die Welt vom Schlaf erwacht.
Kommt dann der Morgen,
sind sie schon weiter,
über die Berge – wer weiß wohin.

Wo die blauen Gipfel ragen,
lockt so mancher steile Pfad.
immer vorwärts, ohne Zagen;
bald sind wir dem Ziel genaht!
Schneefelder blinken,
schimmern von Ferne her,
Lande versinken im Wolkenmeer.

 

 

Mit diesen Liedstrophen des alten Wandervogels Alfred Zschiesche (kurz Alf) möchte ich euch – gerade zurück von großer Fahrt – ein Lebenszeichen senden. Auch wenn die Zeit zum Photographieren im Moment eher rar ist, ich lebe noch und habe euch nicht vollständig vergessen.

Für eine Woche Umweltbildung war die Ryvar unser zuhause, ein Bericht einer Teilnehmerin werde ich in Kürze verlinken.

Noch weitere spannende Neuigkeiten habe ich für euch:

Ab August werde ich euch ein halbes Jahr lang aus Spitzbergen schreiben und Photos senden. Der Plan ist, die Beiträge aus dem hohen Norden mit Inhalten zum Thema Klima, Klimawandel, Klima- und Umweltschutz zu verknüpfen.

Winter an der Ostsee

Noch ein kleiner Nachtrag von der Ostsee, bald gibts hier Frühlingswetter:

Seebrücke in Stein

Eisdrift und Wind in der Erstarrung festgehalten.

So sehr ich mich auch an kaltem Winterwind und Frost freue: Mir gehts ähnlich wie diesem festgefrorenen Boot: mich juckts bei Sonne und Wind in den Füßen, ich will raus. Bei kaltem Winterwetter sind dafür nur nicht leicht Menschen zu gewinnen. aber jetzt, ums mit alten Liedern der Wandervögel zu sagen:  „Endlich trocknet der Landstraße Saum…“


Sommeranfang: Die Schleimündung

 

An der Mündung der Schlei liegt eine kleine Halbinsel: Die „Lotseninsel“, früher Wohnort der Lotsen, die den Schiffern auf der Schlei den sicheren Weg zeigten, ist mit einer schmalen Landzunge mit dem Festland verbunden, die aber als Naturschutzgebiet nicht zugänglich ist.

Maaßholm

 

 

Schon die Wikinger wussten: diese Pappelgruppe zeigt den Weg nach Haitabu an. Als Seezeichen sind die Pappeln nach wie vor geeigneter als der offizielle Leuchtturm, der die Mündung der Schlei bezeichnet. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: Während man den Leuchtturm nach wenigen Meilen nicht mehr sieht, ist die Baumgruppe bei guter Sicht knappe zehn Meilen weit erkennbar.

Pappeln statt Palmen – Südseefeeling an der Schlei

 

Neben dem alten Lotsenhaus und dem  Leuchtturm gibt es auf der Halbinsel noch ein kleines Restaurant, dessen Kunden vor allem mit dem Ausflugsdampfer vorbei kommen, oder als Segler oder Paddler im kleinen Hafen nächtigen. Für viele Segler, die an der Schlei liegen und für mich ist dieser Ort das Tor zur Freiheit: Mehrere Segeltörns habe ich an der Schlei begonnen. Nach einer Stunde unter Motor zeigte der Leuchtturm: Hier beginnt die freie Ostsee.

Eine Woche habe ich dieses Jahr auf der Lotseninsel gewohnt: das alte Lotsenhaus dient jetzt als Tagungshaus für Jugendgruppen. In dieser tollen Lage durften wir eine Woche mit einer Jugendgruppe zum Thema Ostsee und Klimawandel arbeiten, bevor uns die Sigandor, ein alter Segler abholte zur Reise auf der Ostsee. Davon später ein paar Eindrücke.

Yacht im Abendlicht