Vor dem Fenster

Ich wohne am Rande der schönen Stadt Leipzig, aber definitiv noch recht städtisch. Trotzdem habe ich den ein oder anderen tierischen Gast regelmäßig vor dem Fenster. Heute ein paar Eindrücke, über welche Gäste ich mich letzte Woche sehr gefreut habe:

Auch in der Stadt lohnt sich der Blick aus dem Fenster, im Park in die Bäume und so weiter. Natur lässt sich nicht nur in den Wäldern und Feldern finden. Haltet die Augen offen!

Baby-Elefant und andere Zoo-Bewohner

Nach langer Zeit mal wieder ein Besuch im Leipziger Zoo.

Als neuen Zoo-Bewohner möchte ich euch ein Jungtier vorstellen: Das ganze Frühjahr über ließ sich in den Regional-Medien das Drama um den jungen Elefantenbullen verfolgen: Die Mutter kümmerten sich nicht um ihr Kind, die beiden Tanten mussten erst schrittweise an ihr neues Herdenmitglied gewöhnt werden. Beim regelmäßigen Auslauf merkt man dies dem Bullen schon noch an: Seine Bezugspersonen sind in erster Linie die Tierpfleger:

Aber es leben natürlich noch weit mehr Tiere im Leipziger Zoo:

Relikte der Kohleförderung

 

Etwas düstere Bilder habe ich vom zweiten Tag unserer Wandertour. Eine knappe Fußstunde von der Hütte entfernt, fanden wir die alte Siedlung Colesbukta vor, ehemals Verladestation und Unterkunft für die Minen im benachbarten Grumant. Eine Feldbahn stellte früher die Verbindung dar.

Wenn euch die Geographie interessiert, schaut mal auf diese Webseite: https://toposvalbard.npolar.no/ 

Die Ruinen wurden von verschiedenen Tieren zurückerobert: Meerstrandläufer sitzen in Scharen am Kiesstrand und stärken sich nach der Brut und Aufzucht für den Flug nach Süden.

Meerstrandläufer oder Fjæreplytt

Seltener zu besuch sind durchziehende Kanadagänse.

Wildgänse rauschen durch die Nacht…

 

Am alten Hafen

 

 

Wohnhaus der Grubenleitung

 

Im Backhaus

Kohlebergbau auf Svalbard war unter russischer Federführung ein lukratives Geschäft, doch in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts sanken die Erträge und der Aufwand rentierte sich nicht mehr. Heute wird noch Kohle abgebaut für den Eigenbedarf der Siedlungen, was aufwändigen Import von Brennstoffen vermeidet. Die Russischen Siedlungen und Bergwerke werden vor allem aus geopolitschen Gründen weiterbetrieben. Sollten sich wertvolle Rohstoffe auf der Insel unter norwegischer Flagge finden, so haben die russischen Firmen noch immer den Fuß in der Tür.

Auch militär-strategisch ist der Ort von nicht geringer Bedeutung. Im zweiten Weltkrieg befanden sich hier stark umkämpfte Stellungen der deutschen Wehrmacht: Spitzbergen bietet mit vergleichsweise warmem Klima und guter Infrastruktur für jeden, der Interessen in den Polargebieten hat, einen guten Ausgangspunkt. Auch für das (See-)Wetter unserer Breiten sind Informationen aus dem Gebiet Svalbards nicht zu verachten.

Sportliche Ertüchtigung

Nach all den zerstörerischen Eindrücken wenden wir uns mal lieber unserem Nachtquartier zu.

Unser Nachtquartier

Die Hütte am Kap Laila – übrigens ebenfalls von Russen erbaut und gepflegt – steht direkt auf den Klippen am Ufer und bietet so eine tolle Aussicht auf den sehr lange andauernden Sonnenuntergang. Zu dieser Zeit um die Tag-Nacht-Gleiche nähert sich die Sonne in einem Winkel von ungefähr 10 Grad dem Horizont.

Wer möchte ein Salzeis?

 

Der flammende Tag ist so langsam verglüht

Lebenswichtig: eine Wasserquelle nahe der Hütte

[Anmerkung: Normalerweise ist es gute Sitte, bei Urbex-Photos den Ort nicht zu verraten, um Vandalismus vorzubeugen. Ich sehe bei den Bildern auf Svalbard davon ab, da es einem Touristen nicht möglich ist, die Orte ohne geführte Tour aufzusuchen, und alle, die diese Möglichkeiten haben, um diese Orte wissen.]

Kleiner Spaziergang nach Longyearbyen.

Blick auf den Longyearbreen

Da ich auf der heutigen Wanderung keine Zeit bekam, Bilder zu machen, hier nun ein paar Eindrücke aus Longyearbyen.

Wollgras im Moor

Kohlebergbau

Auf dem Heimweg traf ich ein paar Rentiere, die, wie hier am alten Friedhof, mitten durch die Stadt laufen. Sie hatten es recht eilig, weiter zu kommen, und waren dafür, dass wir uns mitten in der Stadt eigentlich sicher sein sollten, was Eisbären betrifft, recht nervös. Die Ursache lief bald darauf hoch erhobenen Hauptes stolz über die Straße: Ein stattlicher Rentier-Bulle.

Ein mächtiger Bulle!

Nun, stattlich heißt bei Rentieren in Svalbard, dass sie vielleicht einen guten Meter Rückenhöhe erreicht haben.

Die Kälte des Flusses scheint ihm nichts auszumachen.

Zoo Leipzig: Graureiher


 

Aus dem Leipziger Zoo habe ich mal wieder ein paar Impressionen für euch: Zu Weihnachten gabs von den lieben Großeltern einen Gutschein für eine Jahreskarte. Eine Freude für jeden Photographen. Am Pinguin-Becken und am Pelikan-Teich lauern jede Menge Graureiher. Wie die Möwen am Fischbrötchenstand warten sie hier auf leichte Beute.

Der bis zu einen Meter große Vogel hat eine Spannweite von fast zwei Metern. Von seinen Brutkolonien jagt der Graureiher im Radius von bis zu 40 Kilometern von Mäusen und kleinen Fischen, in dem sie sich langsam anschleichen oder auf der Lauer sitzen und dann blitzartig mit den Schnabel zustoßen.

In fast ganz Europa ist der Graureiher zu finden. Zum Teil sucht er im Winter bis ans Mittelmeer wärmere Jagdreviere auf. 

 

 

Wildnis in der Stadt

Zu Hause im Plattenbauviertel bin ich immer wieder fasziniert von der Wildnis direkt in er Stadt.

Abendstimmung im Plattenbau-Viertel
Abendstimmung im Plattenbau-Viertel

Leipzig ist insgesamt sehr grün durch die Flußauen, die sich durch die Stadt ziehen.

Haltet den Dieb! Hier ging mal wieder die Nahrung flöten.
Haltet den Dieb! Hier ging mal wieder die Nahrung flöten.

Das Zusammenspiel von Mensch und Natur hat es mir angetan: Die Stadt wurde um die Flussauen herum geformt, alte Schlossparks, Bahndämme und wilde Feuchtwiesen wechseln sich ab.

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Flussaue

Nussknacker

Vor meinem Fenster steht eine große Linde. In er Umgebung leben viele Krähen. Eine davon kam mich vor ein paar Tagen besuchen:

Darf ich vorstellen: Krähe mit Walnuss
Darf ich vorstellen: Krähe mit Beute

Was macht man denn, um an den Inhalt dieser Beute zu gelangen?

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Mit Schnabel und Krallen wird die Nuss bearbeitet.

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Vielleicht hilft eine Astgabel als Schraubstock?

Immer aufpassen!
Immer aufpassen!

Vielleicht will einem ja wer die Beute abnehmen?
Vielleicht will einem ja wer die Beute abnehmen?

Und richtig: in dem Moment, als ich die Kamera kurz absetzte flog vom Hausdach eine zweite Krähe an und jagt der ersten die Nuss ab. Grmpf.

 

Was lange währt wird endlich gut.

Jeden Morgen und jeden Abend fahre ich mir dem Rad durch den Park und der Anblick lässt jedes mal mein Herz höher schlagen:

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Bäche und Gräben prägen die Flußauen.

Im Morgennebel taucht der Eichelhäher auf, begleitet mich ein Stückchen, Eisvögel queren meinen Weg und im abendlichen Zwielicht jagt dann der Graureiher Fische direkt neben dem Weg.

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Elster im Herbstlaub

Heute bin ich mal extra zu Fuß losgezogen, diese Nachbarn zu photographieren. Den Eichelhäher sah ich nur ganz kurz und von hinten. Zu allem Überfluss schob sich jetzt auch noch eine Wolke vor die Sonne. Doch zur Entschädigung saß auf dem anderen Bachufer: Der Graureiher

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Knapp 20 Minuten saß ich ihm gegenüber. Laut Fokusring mit gerade mal 20m Abstand! Mein Sitzplatz war leider so gewählt, dass der Weg zwischen mir und ihm lag. Ich wartete, den Finger auf dem Abzug, auf einen Fischfang oder Abflug, doch im entscheidenden Moment fuhr eine Familie mit dem Rad durch mein Bild.

Knapp zu spät...
Knapp zu spät…

Doch das Glück ist mir heute hold: er setzt sich auf den nächsten Baum:

Gute Aussicht.
Gute Aussicht.

Und zur Belohnung bricht jetzt auch noch der Himmel auf.

Sonnenbad im Herbstlicht
Sonnenbad im Herbstlicht

Manche Spaziergänger kamen nun schon zum zweiten mal an mir vorbei, ohne, dass ich meinen Platz verlassen habe, also musste ich mich langsam mal auf den Heimweg machen:

 

Park im Herbstkleid
Park im Herbstkleid

So schön das Herbstgewand auch ist: Ungefährlich sind Blätter und Schlamm für alle Radfahrer nicht. Aber ich genieße es, dass mein Weg zur Uni hier entlang führt und so lange das Wetter es zulässt, werde ich hier mit dem Rad zur Uni fahren. Die Flußauen machen die Stadt sehr grün, was mir gut gefällt.

Herbst am "Bagger"
Herbst am „Bagger“