Unwetter

Lange hat man nichts von mir gehört. Mea culpa.

Doch ein paar neue Bilder sind in den letzten Wochen doch entstanden. Bevor ich euch demnächst mitnehme nach Berlin, habe ich hier ein paar Unwetter-Bilder aus dem Juni.

Die Bilder kommen von zwei Abenden im Juni. Ihr erinnert euch sicher, dass es einige Tage lang sehr starke Gewitter gab. Ich habe dazu mal eine Wetterkarte des betreffenden Tages mitgebracht:


Die weißen Linien auf der Karte zeigen die Verteilung des Luftdrucks am Boden, die schwarzen die in etwa 5km Höhe. Mit den Farben wird die Temperatur der Luftmasse gezeigt. was man sehr deutlich sieht, ist das Bodentief über Ostdeutschland. Die Luft in einem Tief zirkuliert gegen den Uhrzeigersinn, ungefähr parallel zu den Isobaren (Linien gleichen Drucks). Die Linien am Boden schneiden das Druckfeld in der Höhe, und auch das Temperaturfeld in der Höhe im Winkel von fast 90°. Wir hatten zu dem Zeitpunkt also eine Starke Advektion (Heranführung) warmer Luft mit dem Ostwind. Darüber lag in der Höhe sehr kalte Luft. Diese Kombination hat die nötige Instabilität verursacht, damit sich Gewitter bilden konnten.

Eine häufige Frage ist bei jedem Extremereignis, ob es Folge des Klimawandels sei. Das einzelne Gewitter nicht. ABER: Diese Wellen in der oberen Troposphäre, im Jetstream, die man in der Karte schön als „Ausbeulung“ der kalten Luft nach Süden sieht, werden durch den Klimawandel stärker und halten sich länger an einem Ort. Wir werden also öfter und länger mit Extremwetterlagen zu tun haben. DIe Hitzewelle der letzten Wochen ist auf die gleichen Wellen zurückzuführen.

Stellungnahme der Sächsischen ESGn zu den anstehenden Wahlen

Ich möchte hier einen Text veröffentlichen, den ich gemeinsam mit anderen Brüdern und Schwestern der evangelischen Studierendengemeinden Sachsens anlässlich der anstehenden Wahlen formuliert habe:

Stellungnahme der Sächsischen Evangelischen Studierenden- gemeinden zu den Wahlen 2019:


In diesem Jahr finden Kommunal-, Landtags- und Europawahlen in Sachsen statt. Für die Evangelischen Studierendengemeinden (ESG) in Sachsen bedeutet das eine verstärkte Auseinandersetzung mit politischen Themen, die wir kontrovers diskutieren.

Dabei beobachten wir in der Gesellschaft einen immer rauer werdenden Ton. Respekt gegenüber unseren Mitmenschen, egal ob dem Wohnungslosen, der Professorin, dem Nachbarn, der Flüchtlingsfamilie, der Kollegin etc. ist wichtig für eine funktionierende Gesellschaft. Eine Entsprechung dazu sehen wir in der christlichen Nächstenliebe, die für unser Reden und Handeln maßgeblich ist. Daraus folgt für uns, dass das Schüren von Hass, Anwendung und Androhung von Gewalt und Ignoranz gegenüber Hilfsbedürftigkeit nicht akzeptabel sind.

Wir versuchen, unser Leben durch diese Nächstenliebe bestimmen zu lassen. Das ist für uns Gottesdienst im Alltag. Aber auch wir bekennen, dass wir selbst oft daran scheitern.

Umso mehr ist die Nächstenliebe bei den kommenden Wahlen für uns ein entscheidendes Kriterium. Sie bedeutet für unser politisches Handeln Engagement für Frieden, Gerechtigkeit und die Bewahrung der Schöpfung.

Wir setzen uns ein für einen gewaltfreien, respektvollen Diskurs.

Wir stehen auf gegen jede Form von gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit.

Wir setzen uns ein für freie Bildung, Lehre und Forschung, denn nur so ist ein faktenbasierter Austausch möglich.

Wir stehen auf gegen eine Leugnung naturwissenschaftlicher Erkenntnisse wie die des menschengemachten Klimawandels, unter dessen Folgen Menschen in anderen Teilen der Welt bereits heute leiden.

Wir stehen auf gegen eine Leugnung oder Umdeutung historischer Geschehnisse wie der Shoah und anderer Verbrechen der NS-Herrschaft.

Wir wehren uns gegen eine Instrumentalisierung von Religion als Mittel der Ausgrenzung.

Darum setzen wir uns ein für die freiheitliche Demokratie, die Raum zur aktiven Mitgestaltung bietet. Deshalb gehen wir wählen und rufen auf, wählen zu gehen.

Diese Stellungnahme wurde vom Konvent der sächsischen ESGn am 13.04.2019 beschlossen.

Konvent der Sachsen-ESG

sachsen-esg[bei]esg-dresden.de

Den Text gibt es auch hier herunter zu laden.

Baby-Elefant und andere Zoo-Bewohner

Nach langer Zeit mal wieder ein Besuch im Leipziger Zoo.

Als neuen Zoo-Bewohner möchte ich euch ein Jungtier vorstellen: Das ganze Frühjahr über ließ sich in den Regional-Medien das Drama um den jungen Elefantenbullen verfolgen: Die Mutter kümmerten sich nicht um ihr Kind, die beiden Tanten mussten erst schrittweise an ihr neues Herdenmitglied gewöhnt werden. Beim regelmäßigen Auslauf merkt man dies dem Bullen schon noch an: Seine Bezugspersonen sind in erster Linie die Tierpfleger:

Aber es leben natürlich noch weit mehr Tiere im Leipziger Zoo:

Tagebau bei Leipzig oder „Wo kommen diese Seen her“

Ich lebe noch. Und ich habe Bilder für euch: Südlich von Leipzig gibt es einige Seen, von denen ich euch auch schon das ein oder andere Bild gebracht habe. Schaut man sich eine Landkarte aus dem 19. Jahrhundert an, sieht man noch keinen dieser Seen. Nur ein paar Flüsse, die sich durch eine Auenlandschaft ziehen. Zwischen Flussauen und Seen lag noch eine dreckigere Epoche: Der Kohletagebau prägte diese Landschaft, die heute mit Kiesstränden und Birkenwäldern ein bisschen an Skandinavische Seen erinnert. In einem kleinen Freilichtmuseum haben die großen Maschinen, die Dörfer und Wälder fraßen, überlebt.

Die einstigen Kohlegruben und Abraumhalden sind heute zu einem neuen Lebensraum geworden.


Hochdruckwetter

Hoher Luftdruck sorgte in der ersten Wochenhälfte für klares Wetter, infolgedessen wurde es kalt. bis zu -15°C wurden in Leipzig nachts gemessen. Im Winter wird es aber auch am Tage bei klarem Himmel nicht sehr warm, und so reichten wenige Tage, um den See zufrieren zu lassen.

Leider ist dieses Winterwetter genau so schnell wieder vorbei gewesen, als ein neues Tief warme Luft von der Nordsee brachte. Heute morgen kam diese endgültig in Leipzig an.

„Suche den Frieden“

„Suche den Frieden und jage ihm nach“ (Ps 34,15) Über diesen Bibeltext, der die Jahreslosung für 2019 ist, haben wir am letzten Wochenende mit Studenten aus ganz Sachsen nachgedacht, diskutiert und Gemeinschaft im Zeichen dieses Friedens gelebt.

Was bedeutet „Frieden“? Ist es die bloße Abwesenheit von Krieg? Oft genug hört man „Um des lieben Friedens willen“ solle man Ruh‘ geben. Ist das der Frieden, von dem in der Bibel die Rede ist?

Wenn man die Verse vor und hinter dieser Jahreslosung betrachtet, wird ein anderes Bild von Frieden gezeichnet: „Behüte deine Zunge vor Bösem und deine Lippen, dass sie nicht Trug reden. Lass ab vom Bösen und tue Gutes; suche den Frieden und jage ihm nach!“ Die folgenden Verse handeln dann vom Leid, dass der Gerechte erfahren wird.

Das klingt nicht nach einer Ruhe „um des lieben Friedens willen“. Das klingt danach, das der Frieden nicht der leichte Weg ist und schon gar nicht konfliktfrei. Schon alleine die Aufgabe, keinen Trug zu reden, wird Einen auf der Suche nach Frieden anecken lassen. Frieden ist hier also mehr mit der Wahrheit, als mit einfacher Ruhe, verknüpft. Lasst mich aus diesen Beobachtungen einen Versuch machen, den Begriff „Frieden“ wie er hier genutzt wird zu definieren:

„Frieden“ ist ein Beziehungsrahmen, der den Widerstreit widersprüchlicher (subjektiver) Wahrheiten erträgt in einem Respekt vor dem Gegenüber als Geschöpf Gottes. In den Widersprüchen in der Wahrnehmung lässt er uns nach der gemeinsamen Wahrheit dahinter suchen.

Jetzt werdet ihr vielleicht sagen: „In der Position von XY ist kein Funken Wahrheit“. Dennoch möchte ich versuchen, mit diesem XY zu reden. Was ist das Gemeinsame (richtige) was sich dahinter verbirgt? Keine noch so abstruse Position wird ohne einen realen Grund zustande kommen. Um diesen zu finden, müssen wir zunächst mal den Gegenüber unabhängig von seiner Meinung als Gegenüber und Menschen akzeptieren.

So stehen lassen muss man deswegen „Fake news“ und unmenschliche Meinungen nicht: Ein Widerspruch um der Wahrheit Willen ist nötig und angebracht.

Das mag für uns die größte Herausforderung sein: In den aktuellen Zeiten mit dem Mitmenschen, dessen Meinung von Hass und Unmut geformt wurde, eine Beziehung aufbauen, in der ein Streit möglich ist, der aber im Rahmen dieses Friedens bleibt.

Ich möchte mich daher für die Unterstützung der Bewegung „Aufruf 2019“ stark machen. Ein Bündnis aus der oft zitierten Mitte der Gesellschaft versucht in Leipzig, Menschen zum Mitgestalten eines gerechten und gastfreundlichen Sachsens in einem friedlichen Europa aufzurufen. Sich über Inhalte zu streiten, um Deutschland voranzubringen und Probleme zu lösen, statt Sündenböcke zu suchen.

Link zu Aufruf 2019 hier: https://aufruf2019.de/aufruf/

Wettervorhersage

Da ich im Moment keine hübschen Bilder für euch habe, mal ein kleiner Eindruck meines Studiums: Diese Woche bin ich mit Wetterdienst beschäftigt. mein heutiges Tageserzeugnis ist dieser Bericht gültig für Leipzig:

Wetterbericht für Leipzig:

Datum: 09.01.2019

Wetterlage:

Der Kern des Tiefs „Benjamin“liegt inzwischen über Ostpolen, damit bekommen wir eine zyklonal geprägte Nordlage.Weiterer Bei konstanten Temperaturen um 1°C und geschlossener Wolkendecke ist im Tagesverlauf weiterhin mit Schneefall zu rechnen, der Wind schwächt sich im Laufe des Abends etwas abund gewährt uns bis zum Wochenende eine kleine Verschnaufpause.

Vorhersage für Donnerstag den 10.01.2019:

Im Laufe des Donnerstages gelangt Leipzig zwischenzeitlich unter den Einfluss des Hochs über Großbritannien, in antizyklonaler Nordlage schläft der Schneefall ein und am Nachmittag klart es ggf. auf. Der Wind nimmt weiter ab auf2 Bft., in den Spitzenböen noch 4Bft. aus nördlichen Richtungen. Bei Aufklaren kann es zu Frost bei bis zu -4°C kommen.

Vorhersage für Freitag den 11.01.2019

In den Morgenstunden des Freitags erreicht uns die Warmfront einer eindrucksvollen Zyklone mit Kern über dem Nordkap (Kerndruck wird mit >960 hPa simuliert) und bringt im Laufe des Tages wieder eine geschlossene Wolkendecke, einen geringen Temperaturanstieg und einen Winddreher auf West, mit dem eine Gradientverschärfung einhergeht.Am Nachmittag ist Schneefall zu erwarten.Die Temperaturen liegen zwischen -4°C in der Nacht zu Freitag und 0°C am Abend.

Weitere Aussichten:

Die schwache Warmluftadvektion bringt im Laufe des Wochenendes wieder Temperaturen über dem Gefrierpunkt,womit der Niederschlag erst mal wieder in die flüssige Phase übergeht. Die WLA destabilisiert die bisher durch Absinkbewegung recht stabilen Luftmassen über Europa, wodurch ab Sonntag mit konvektiver Bewölkung und Schauern zu rechnen ist.© LIM, erstellt von Jakob Thoböll