Tagebau bei Leipzig oder „Wo kommen diese Seen her“

Ich lebe noch. Und ich habe Bilder für euch: Südlich von Leipzig gibt es einige Seen, von denen ich euch auch schon das ein oder andere Bild gebracht habe. Schaut man sich eine Landkarte aus dem 19. Jahrhundert an, sieht man noch keinen dieser Seen. Nur ein paar Flüsse, die sich durch eine Auenlandschaft ziehen. Zwischen Flussauen und Seen lag noch eine dreckigere Epoche: Der Kohletagebau prägte diese Landschaft, die heute mit Kiesstränden und Birkenwäldern ein bisschen an Skandinavische Seen erinnert. In einem kleinen Freilichtmuseum haben die großen Maschinen, die Dörfer und Wälder fraßen, überlebt.

Die einstigen Kohlegruben und Abraumhalden sind heute zu einem neuen Lebensraum geworden.


Hochdruckwetter

Hoher Luftdruck sorgte in der ersten Wochenhälfte für klares Wetter, infolgedessen wurde es kalt. bis zu -15°C wurden in Leipzig nachts gemessen. Im Winter wird es aber auch am Tage bei klarem Himmel nicht sehr warm, und so reichten wenige Tage, um den See zufrieren zu lassen.

Leider ist dieses Winterwetter genau so schnell wieder vorbei gewesen, als ein neues Tief warme Luft von der Nordsee brachte. Heute morgen kam diese endgültig in Leipzig an.

„Suche den Frieden“

„Suche den Frieden und jage ihm nach“ (Ps 34,15) Über diesen Bibeltext, der die Jahreslosung für 2019 ist, haben wir am letzten Wochenende mit Studenten aus ganz Sachsen nachgedacht, diskutiert und Gemeinschaft im Zeichen dieses Friedens gelebt.

Was bedeutet „Frieden“? Ist es die bloße Abwesenheit von Krieg? Oft genug hört man „Um des lieben Friedens willen“ solle man Ruh‘ geben. Ist das der Frieden, von dem in der Bibel die Rede ist?

Wenn man die Verse vor und hinter dieser Jahreslosung betrachtet, wird ein anderes Bild von Frieden gezeichnet: „Behüte deine Zunge vor Bösem und deine Lippen, dass sie nicht Trug reden. Lass ab vom Bösen und tue Gutes; suche den Frieden und jage ihm nach!“ Die folgenden Verse handeln dann vom Leid, dass der Gerechte erfahren wird.

Das klingt nicht nach einer Ruhe „um des lieben Friedens willen“. Das klingt danach, das der Frieden nicht der leichte Weg ist und schon gar nicht konfliktfrei. Schon alleine die Aufgabe, keinen Trug zu reden, wird Einen auf der Suche nach Frieden anecken lassen. Frieden ist hier also mehr mit der Wahrheit, als mit einfacher Ruhe, verknüpft. Lasst mich aus diesen Beobachtungen einen Versuch machen, den Begriff „Frieden“ wie er hier genutzt wird zu definieren:

„Frieden“ ist ein Beziehungsrahmen, der den Widerstreit widersprüchlicher (subjektiver) Wahrheiten erträgt in einem Respekt vor dem Gegenüber als Geschöpf Gottes. In den Widersprüchen in der Wahrnehmung lässt er uns nach der gemeinsamen Wahrheit dahinter suchen.

Jetzt werdet ihr vielleicht sagen: „In der Position von XY ist kein Funken Wahrheit“. Dennoch möchte ich versuchen, mit diesem XY zu reden. Was ist das Gemeinsame (richtige) was sich dahinter verbirgt? Keine noch so abstruse Position wird ohne einen realen Grund zustande kommen. Um diesen zu finden, müssen wir zunächst mal den Gegenüber unabhängig von seiner Meinung als Gegenüber und Menschen akzeptieren.

So stehen lassen muss man deswegen „Fake news“ und unmenschliche Meinungen nicht: Ein Widerspruch um der Wahrheit Willen ist nötig und angebracht.

Das mag für uns die größte Herausforderung sein: In den aktuellen Zeiten mit dem Mitmenschen, dessen Meinung von Hass und Unmut geformt wurde, eine Beziehung aufbauen, in der ein Streit möglich ist, der aber im Rahmen dieses Friedens bleibt.

Ich möchte mich daher für die Unterstützung der Bewegung „Aufruf 2019“ stark machen. Ein Bündnis aus der oft zitierten Mitte der Gesellschaft versucht in Leipzig, Menschen zum Mitgestalten eines gerechten und gastfreundlichen Sachsens in einem friedlichen Europa aufzurufen. Sich über Inhalte zu streiten, um Deutschland voranzubringen und Probleme zu lösen, statt Sündenböcke zu suchen.

Link zu Aufruf 2019 hier: https://aufruf2019.de/aufruf/

Wettervorhersage

Da ich im Moment keine hübschen Bilder für euch habe, mal ein kleiner Eindruck meines Studiums: Diese Woche bin ich mit Wetterdienst beschäftigt. mein heutiges Tageserzeugnis ist dieser Bericht gültig für Leipzig:

Wetterbericht für Leipzig:

Datum: 09.01.2019

Wetterlage:

Der Kern des Tiefs „Benjamin“liegt inzwischen über Ostpolen, damit bekommen wir eine zyklonal geprägte Nordlage.Weiterer Bei konstanten Temperaturen um 1°C und geschlossener Wolkendecke ist im Tagesverlauf weiterhin mit Schneefall zu rechnen, der Wind schwächt sich im Laufe des Abends etwas abund gewährt uns bis zum Wochenende eine kleine Verschnaufpause.

Vorhersage für Donnerstag den 10.01.2019:

Im Laufe des Donnerstages gelangt Leipzig zwischenzeitlich unter den Einfluss des Hochs über Großbritannien, in antizyklonaler Nordlage schläft der Schneefall ein und am Nachmittag klart es ggf. auf. Der Wind nimmt weiter ab auf2 Bft., in den Spitzenböen noch 4Bft. aus nördlichen Richtungen. Bei Aufklaren kann es zu Frost bei bis zu -4°C kommen.

Vorhersage für Freitag den 11.01.2019

In den Morgenstunden des Freitags erreicht uns die Warmfront einer eindrucksvollen Zyklone mit Kern über dem Nordkap (Kerndruck wird mit >960 hPa simuliert) und bringt im Laufe des Tages wieder eine geschlossene Wolkendecke, einen geringen Temperaturanstieg und einen Winddreher auf West, mit dem eine Gradientverschärfung einhergeht.Am Nachmittag ist Schneefall zu erwarten.Die Temperaturen liegen zwischen -4°C in der Nacht zu Freitag und 0°C am Abend.

Weitere Aussichten:

Die schwache Warmluftadvektion bringt im Laufe des Wochenendes wieder Temperaturen über dem Gefrierpunkt,womit der Niederschlag erst mal wieder in die flüssige Phase übergeht. Die WLA destabilisiert die bisher durch Absinkbewegung recht stabilen Luftmassen über Europa, wodurch ab Sonntag mit konvektiver Bewölkung und Schauern zu rechnen ist.© LIM, erstellt von Jakob Thoböll

Oslo touristisch

Endlich wieder Sonnenlicht! Auf der Heimreise habe ich in sehr netter Gesellschaft noch einige Tage in Oslo verbracht, bevor ich wieder in Deutschland ankam. Einige Eindrücke von Oslo im Sommer bekamt ihr ja bereits hier, nun möchte ich euch Oslo im Winter zeigen.

Die Stadt ist geprägt vom Spannungsfeld aus historischen Bauten und hochmoderner Architektur. Besonders auffällig ist für mich neben dem guten Personennahverkehr auch die hohe Dichte an elektrischen Autos.

Ein paar Eindrücke zur Nachhaltigkeit und Architektur im Spannungsfeld aus neu und alt, bringe ich euch aus der Damstredet im Norden der Innenstadt mit:

Auch kulturell hat Oslo vieles zu bieten. Für Museumseintritte und Fahrkarten haben wir uns den „Oslopass“ gekauft, der freien Eintritt für die großem Museen und freie Fahrt mit dem ÖPNV bietet.

Vom Frammuseum habe ich euch schon im Sommer einiges berichtet, jetzt möchte ich euch erneut nach Bygdøy mitnehmen: Auf der Halbinsel gegenüber der Stadt gibt es noch ein Wikinger-Museum und ein großes und altes Freilichtmuseum. Das Wikingermuseum stellt drei gut erhaltene Grab-Schiffe aus, am bekannesten davon das Osebergschiff. in einem schlichten Saal stehen diese eindrucksvollen Segler, deren Formen sich bis in fast in die Gegenwart in norwegischen Fischer- und Ruderbooten wieder finden. Das Noorsk Folkemuseet, das Freilichtmuseum auf Bygdøy ist eine seit 1894 bestehende und wachsende Sammlung alter Gebäude aus verschiedenen Regionen und Städten Norwegens. Hauptanlass für den Besuch war für mich die gewaltige Stabkirche aus dem Mittelalter.

Gehen wir zurück in die Innenstadt: rund um Festung und Rathaus gibt es noch einige spannende Museen.

Sehr ans Herz legen, kann ich zum einen das Widerstandsmuseum in einem kleinen Fachwerkhaus in der Festung. Die Geschichte Norwegens im dritten Reich zwischen Besatzungsmacht, rechten Parteien, breitem gesellschaftlichen Widerstand und Exilregierung wird dort beleuchtet.

Die Festung, die früher Königssitz und Garnison war, beherbergt heute das Verteidigungsministerium, eine Militär-Hochschule, mehrere Museen und staatliche Institutionen.

Ebenfalls direkt am Fjord in der Innenstadt befindet sich das Nobel-Friedenscenter, wo neben einer Dauerausstellung zu der Geschichte des Friedensnobelpreises und der Preisträger stets eine Ausstellung zu den aktuellen Preisträgern und andere Wechselausstellungen zu finden sind.

Auch für die Kunst ist Oslo eine Hochburg: Der Maler Edvard Munch beispielsweise hatte hier seine Heimat, der norwegische Künstler Vigeland, hat als Monumentalwerk hier einen ganzen Skulpturenpark gestaltet, der sein Verhältnis zu seinen Eltern thematisiert:


Auch die erwähnten Museen und Gebäude sind nur ein kleiner Teil dessen, was man in Oslo besuchen kann. Ein weiterer Besuch im nächsten Sommer ist so gut wie sicher geplant.

Wohnt hier der Weihnachtsmann?

Etwas komische Beleuchtung habe ich bei uns im Tal entdeckt. Ein Briefkasten steht auch dabei:

Ich glaub, wir haben einen neuen Nachbarn bekommen „Nissen“ sind in Wichtel in Skandinavischen Erzählungen. Eng verwandt beispielsweise mit „Tomte Tummetott“ von Astrid Lindgren oder dem Klabautermann in der deutschen Sagenwelt. Der  „Julenissen“, also Weihnachtswichtel ist das hier übliche Pendant zum Weihnachtsmann.

Wenn man durch die Dunkelheit zur Uni läuft, klingt aber eher die Winterreise von Schubert, als lustige Weihnachtslieder im Ohr. Tiefer Schnee gepaart mit der ein oder anderen Sturmböe, die am Haus rüttelt, und dem einsamen Fußgänger erst die Sicht und dann auch den sicheren Stand raubt, machte die letzten Tage recht ungemütlich und jeden Weg zum Kraftakt. Leider waren meine Versuche, Schneeteufel und andere Verwirbelungen, wie sie entstehen, wenn Sturm und Pulverschnee aufeinandertreffen, abzubilden noch nicht so ganz erfolgreich. Wenn der Wind in nächsten Tagen noch mal zunimmt, versuche ich es noch mal.

 

Gletscher und Stadt

Ein paar Gletscherhöhlen standen für gestern Abend auf dem Programm. Leider hat das Tauwetter der letzten Woche uns einen kleinen Strich durch die Rechnung gemacht: In der Höhle, die unser Hauptziel war, stand knie tief das Eiswasser. Das wollten wir weder uns noch unseren Kameras zumuten.

Also haben wir ein paar Aufnahmen draußen gemacht und auf das Mondlicht gewartet, dass leider ausblieb. In der Dunkelheit haben wir erste Erfahrungen mit dem sog. Whiteout machen müssen, dass einem leicht die Orientierung nehmen kann: Die Landschaft war schneebedeckt -> weiß, die Wolken darüber -> weiß und der leichte Schnee dazwischen war ebenfalls weiß. Sich auf das Umgebungslicht verlassend, was eine Orientierung im Detail sehr erschwert, da es an Kontrasten fehlte. Starke Taschenlampen haben die Situation dann deutlich verbessert. Gefährlich bleibt das dennoch: zwar ist es schwer, sich auf dem „Hausberg“ Sarkophagen und den beiden Gletschern nachhaltig zu verlaufen, doch sind die Höhleneingänge und Schmelzwasser-Kanäle inzwischen größtenteils schneebedeckt. Das Loch im nächsten Bild ist etwa 5m tief. Wenn das unter Schnee verschwindet, kann man auf einer instabilen Schneebrücke dadrüber stehen, ohne dies wirklich zu bemerken. Ein Einbrechen wäre fatal.

Tiefe Spalten durchziehen den Larsbreen

Phototour zwischen Sarkophagen (links) und Guvefjellet.

Doch woher kamen die warmen 5°C vor zehn Tagen, die Regen brachten, Glätte und Schmelzwasser? In Deutschland war ein stabiles Hochdruckwetter. Normalerweise ziehen die Tiefdruckgebiete mit dem Westwind (Jetstream) in der Höhe vom Atlantik nach Europa. Wenn jetzt aber ein kräftiges Hoch über Mitteleuropa liegt, werden diese Tiefs nach Norden abgelenkt. Eine sogenannte „Omegalage“ entsteht, die ein Tief nach dem anderen ablenkt. Während sich ein Tief in Mitteleuropa vor allem durch seine markanten Frontan (insbesondere die Kaltfront) auszeichnet, ist hier oben – bedingt auch durch die Berge – von der Frontenstruktur nicht mehr viel zu erkennen. Was aber bleibt, ist, dass das Tief warme Luft aus südlicheren Gefilden hier her in den Norden bringt.

Der Sarkophagen trohnt über dem Tal und bewacht die Stadt

Auf dem Gipfel des Sarkophagen