Frühjahr in Leipzig: Das ehemalige Parkkrankenhaus

Ein weiterer Frühlingsspaziergang hat mich zum ehemaligen Parkkrankenhaus verschlagen. Seit ca. 10 Jahren leer stehend, ist das Parkgelände mit den einzeln stehenden Gebäuden inzwischen an einen Investor verkauft und wird saniert zu komfortablen ( und teuren) Wohnungen im grünen Randgebiet Leipzigs.

Sommernachlese: Dänische Südsee, Samsø und Aarhus

Allem Corona-Ärger zum Trotz war es im letzten Sommer möglich, zumindest mit einer Gruppe auf See zu gehen. Teamkollegen des Jugendbildungsprojektes „Klimasail“ (www.klar-zur-wende.org) waren gemeinsam zwei Wochen auf dem Holländischen Segelschiff „Jantje“ in der dänischen Südsee unterwegs. Während ich sonst mit einem Teamkollegen und seemännischer Besatzung gemeinsam eine seglerisch und in Klima und Gerechtigkeit nicht unbedingt vorgebildete Gruppe betreue, haben wir hier nun mit 15 motivierten, seglerisch und inhaltlich erfahrenen Leuten Methoden überarbeitet, Inhalte diskutiert. Für alle an Bord eine große Bereicherung. Mit angehenden Politikwissenschaftlern, Biologen und Geographen gemeinsam zu reisen, ist für die Diskussionen und Denkanstöße gleich viel spannender, da aus jedem Themenbereich Experten dabei sind. Doch jetzt möchte ich euch mitnehmen an Bord.

Winter-Nachlese I: Völkerschlachtdenkmal und Südfriedhof

Es wird langsam wieder wärmer, aber die Bilder des Winters möchte ich euch nicht vorenthalten. Anders als sonst werde ich nicht chronologisch präsentieren sondern nach Themen und Orten sortiert. Hier nun verschiedene Eindrücke vom Völkerschlachtdenkmal und dem Südfriedhof, die ich im Laufe des Winters aufgenommen habe:

Winter in Leipzig I

Mein neues Zuhause ist der Stadtteil Marienbrunn. eine kleine Siedlung von Ein- und Mehrfamilienhäusern, die zwischen Plattenbauten auf der einen Seite und großen Parks auf der andren Seite liegt. Hier als erster Vorgeschmack ein paar Winterbilder der letzten Tage. Gibt bald mehr: Freut euch auf eine bunte Mischung von aktuellen Winterbildern und sommerlichen / herbstlichen Reisebildern.

Kriecht der Frühling wieder

… langsam in das Städtchen, wärmt die Backsteinmauer hinter der Fabrik.

Es sind Bilder aus dem Januar, aber sie sehen nach Frühling aus: eine alte Fabrik im Leipziger Osten. Das Fabrikgebäude sind neben der frisch sanierten Fabrikantenvilla die letzen Überreste einer über 150 Jahre langen Geschichte des Maschinenbaus im Leipziger Osten, Karl Krause baute hier 1873 eine große Fabrik zum Bau von Druckmaschinen. Krauses Firma, die auch eigene Eisengießereien besaß, trug zur Industrialisierung des Buchdruck-Gewerbes bei. Nach dem zweiten Weltkrieg ist ein Großteil der Maschinen als Reparationsleistung nach Russland gebracht worden. 1948 enteignet wurde die alte Fabrik Teil des VEB Buchbindereimaschinenwerke. 1994 wurde das Areal der inzwischen geschlossenen Firma größtenteils eingeebnet.

Krause wird als sehr sozialer Fabrikbesitzer skizziert: Werksküche, Bibliothek, Schwimmbad und Sozialleistungen für seine Arbeiter, wie auch einen eigenen Sanitätsdienst hat er in seiner Firma eingerichtet.

Das alte Eisenbahnviadukt, dass in bälde in einen Park und Fahrradweg umgewandelt werden soll, führt im großen Bogen um die Stadt. So führt der Bahndamm auch zu der alten Fabrik.

Breslau – europäisches Jugendtreffen

Von Taizé in Frankreich habe ich euch ja schon einige Mal erzählt. Einem Ort, in dem Jugendliche der ganzen Welt Gemeischaft erleben und sich mit ihrem Glauben auseinandersetzen. Die Kommunität von Taizé, die Ordensbrüder, die dort leben, initiieren aber auch immer wieder andere große Jugendtreffen im Rahmen des „Pilgerweg des Vertrauens“. Seit Jahrzehnten gehört dazu das europäische Jugendtreffen rund um den Jahreswechsel: Fünf Tage, geprägt von Tageszeitengebeten wie in Taize, Gottesdiensten und Diskussionen in den gastgebenden Kirchengemeinden. Fünf Tage gelebte Gastfreundschaft, wenn tausende Jugendliche in Gastfamilien untergebracht sind. Workshops und Diskussionen von theologischen Themen bis zu Geschichte, Politik und Gesellschaft. In diesem Jahr hat uns dieses Jugendtreffen nach Breslau verschlagen. Die Stadt ist geprägt von Kirchen in Backsteingotik und erinnert so etwas an Hansestädte wie Lübeck und Wismar:

Breslau – im polnischen Wroclaw – ist auch der Geburtsort des deutschen Theologen Dietrich Bonhoeffer, der im dritten Reich für sein Eintreten für Menschlichkeit hingerichtet wurde, wie auch der Ordensschwester Teresia Benedicta vom Kreuz, die als Edith Stein als Tochter einer jüdischen Familie in Breslau aufwuchs, in Schulzeiten erst zu einer sehr kritischen Atheisten entwickelte. In ihrem Lehramtsstudium las Edith Stein schließlich die Autobiographie von Teresa von Avila, die sie motivierte, sich dem Christentum zuzuwenden. Als die Nationalsozialisten ihr als geborene Jüdin ein weiteres Lehren unmöglich machten, trat sie in den Karmel Maria vom Frieden in Köln ein und nahm den Ordensnamen Teresia Benedicta vom Kreuz an. Auch der Umzug in ein Karmel bei Echt in den Niederlanden konnte sie letztendlich nicht vor einer Verfolgung und Ermordung durch die Nationalsozialisten bewahren. Das Jugendtreffen hat sich in einigen Workshops direkt mit der theologischen Arbeit dieser beiden Theologen beschäftigt. Darüber hinaus ist das gesamte Bestreben der Jugendtreffen auf dem Pilgerweg des Vertrauens davon getragen, dass die Gemeinschaft, wie der christliche Glaube sie beschreibt und das christliche Bild vom Mitmenschen jeder Religion als Ebenbild Gottes über Grenzen von Staaten, Sprachen, Konfessionen und Religionen junge Menschen ins Gespräch bringt, Vertrauen gewinnen lässt, und motiviert, sich für ein friedliches Miteinander einzusetzen.

sehr spannend fand ich ein „Stadtviertel der Ökumene“: In der Innenstadt gibt es ein Viertel, indem nur wenige Fußminuten eine Synagoge, eine evangelische, eine katholische und eine russisch-orthodoxe Kirche trennen. Nach einem Vorfall vor 20 Jahren, als ein Mann einen Stein in ein Synagogenfenster warf, die strenggläubigen Gemeindemitglieder ihn zwar festhalten konnten, aber aufgrund der Schabbat-Vorschriften weigerten, ein Telephon am Feiertag zu benutzen, rückten diese vier Gemeinden enger zusammen: Neben Diskussionsveranstaltungen, monatlichen gemeinsamen Veranstaltungen in der gemeinsamen Jugendarbeit und regelmäßigen gegenseitigen Besuchen wurde inzwischen ein Projekt entwickelt, in dem Schulkinder durch diese Gemeinden geführt werden, um die verschiedenen Religionen und Konfessionen kennen zu lernen. Ein Projekt, das ein Zeichen der Hoffnung ist in einer Welt, die sich immer mehr auf Abgrenzung fokussiert. Auf „Wir“ und „Die“. Das nehme ich mir aus diesem Besuch auf jeden Fall mit: Mit offenen Augen auf die Gemeinschaften in meiner Umgebung zugehen.

Zu guter letzt noch ein paar kleine Impressionen aus der Innenstadt:

Weinregion im Dezember

Nur eine halbe Stunde mit der S-Bahn von Leipzig entfernt – und noch im Radius des Semestertickets – liegt das Weinanbaugebiet an Saale und Unstrut. Zwischen Fluss, Weinberg, Burgen und Klöstern ein willkommenes Wandergebiet, auch im Winter. Der lokale Winzer-Glühwein ist auch nicht zu verachten, wir haben ihn extra für euch getestet!

Oslo touristisch

Endlich wieder Sonnenlicht! Auf der Heimreise habe ich in sehr netter Gesellschaft noch einige Tage in Oslo verbracht, bevor ich wieder in Deutschland ankam. Einige Eindrücke von Oslo im Sommer bekamt ihr ja bereits hier, nun möchte ich euch Oslo im Winter zeigen.

Die Stadt ist geprägt vom Spannungsfeld aus historischen Bauten und hochmoderner Architektur. Besonders auffällig ist für mich neben dem guten Personennahverkehr auch die hohe Dichte an elektrischen Autos.

Ein paar Eindrücke zur Nachhaltigkeit und Architektur im Spannungsfeld aus neu und alt, bringe ich euch aus der Damstredet im Norden der Innenstadt mit:

Auch kulturell hat Oslo vieles zu bieten. Für Museumseintritte und Fahrkarten haben wir uns den „Oslopass“ gekauft, der freien Eintritt für die großem Museen und freie Fahrt mit dem ÖPNV bietet.

Vom Frammuseum habe ich euch schon im Sommer einiges berichtet, jetzt möchte ich euch erneut nach Bygdøy mitnehmen: Auf der Halbinsel gegenüber der Stadt gibt es noch ein Wikinger-Museum und ein großes und altes Freilichtmuseum. Das Wikingermuseum stellt drei gut erhaltene Grab-Schiffe aus, am bekannesten davon das Osebergschiff. in einem schlichten Saal stehen diese eindrucksvollen Segler, deren Formen sich bis in fast in die Gegenwart in norwegischen Fischer- und Ruderbooten wieder finden. Das Noorsk Folkemuseet, das Freilichtmuseum auf Bygdøy ist eine seit 1894 bestehende und wachsende Sammlung alter Gebäude aus verschiedenen Regionen und Städten Norwegens. Hauptanlass für den Besuch war für mich die gewaltige Stabkirche aus dem Mittelalter.

Gehen wir zurück in die Innenstadt: rund um Festung und Rathaus gibt es noch einige spannende Museen.

Sehr ans Herz legen, kann ich zum einen das Widerstandsmuseum in einem kleinen Fachwerkhaus in der Festung. Die Geschichte Norwegens im dritten Reich zwischen Besatzungsmacht, rechten Parteien, breitem gesellschaftlichen Widerstand und Exilregierung wird dort beleuchtet.

Die Festung, die früher Königssitz und Garnison war, beherbergt heute das Verteidigungsministerium, eine Militär-Hochschule, mehrere Museen und staatliche Institutionen.

Ebenfalls direkt am Fjord in der Innenstadt befindet sich das Nobel-Friedenscenter, wo neben einer Dauerausstellung zu der Geschichte des Friedensnobelpreises und der Preisträger stets eine Ausstellung zu den aktuellen Preisträgern und andere Wechselausstellungen zu finden sind.

Auch für die Kunst ist Oslo eine Hochburg: Der Maler Edvard Munch beispielsweise hatte hier seine Heimat, der norwegische Künstler Vigeland, hat als Monumentalwerk hier einen ganzen Skulpturenpark gestaltet, der sein Verhältnis zu seinen Eltern thematisiert:


Auch die erwähnten Museen und Gebäude sind nur ein kleiner Teil dessen, was man in Oslo besuchen kann. Ein weiterer Besuch im nächsten Sommer ist so gut wie sicher geplant.