Winter an der Ostsee

Noch ein kleiner Nachtrag von der Ostsee, bald gibts hier Frühlingswetter:

Seebrücke in Stein

Eisdrift und Wind in der Erstarrung festgehalten.

So sehr ich mich auch an kaltem Winterwind und Frost freue: Mir gehts ähnlich wie diesem festgefrorenen Boot: mich juckts bei Sonne und Wind in den Füßen, ich will raus. Bei kaltem Winterwetter sind dafür nur nicht leicht Menschen zu gewinnen. aber jetzt, ums mit alten Liedern der Wandervögel zu sagen:  „Endlich trocknet der Landstraße Saum…“


Laboe: Seenotkreuzer Berlin

Nach langer Funkstille mal wieder ein paar Bilder von mir. Ich hoffe, ihr seid alle gut ins neue Jahr gerutscht. Am Neujahrsmorgen war ich in Laboe zu Besuch und möchte euch gerne den neuen Seenotkreuzer Berlin, eins der neusten Schiffe der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) vorstellen:

Einen halben Meter länger als der Vorgänger, löst das 120 Tonnen schwere Schiff nach fast 30 Jahren seinen gleichnamigen Vorgänger ab. Mit einer Gesamtleistung von fast 4000PS, aufgeteilt auf zwei Schrauben, fährt die Berlin mit bis zu 24 Knoten (ca. 45 km/h) zum Unglücksort. Neben navigatorischer Ausrüstung verfügt das Schiff über eine große Feuerlöschausrüstung, und Medizinische Technik, vergleichbar mit einem normalen Rettungswagen an Land.

Das kleine Beiboot, das „huckepack“ in einer Wanne im Heck liegt, ermöglicht Einsätze im flachen Wasser, da es nur 80cm Tiefgang besitzt. So kann man auch auf Sandbänken o.ä. zum Verunglückten gelangen.

Die Hauptamtliche Besatzung aus 4 Crewmitgliedern wohnt jeweils zwei Wochen an Bord, und wird dann für die nächsten zwei Wochen von der zweiten Crew abgelöst. So ist das Schiff Tag und Nacht sofort einsatzbereit.

Hier habe ich anlässlich eines Besuche in Bremerhaven „die Gesellschaft“, wie hier an der Küste die DGzRS auch genannt wird schon einmal vorgestellt, und hier findet sich die alter Berlin, der Vorgänger dieses Schiffes.

Auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen: Anders als auf der Straße, wo die Rettungskräfte von vielen mehr oder weniger als Ärgernis betrachtet werden, ist hier draußen die Freude doch größer: gerade als regelmäßiger Gast im gleichen Hafen, freut man sich immer, wenn „unser“ Seenotkreuzer nach erfolgreichem Einsatz wieder heil in den Hafen kommt. Denn wir alle wissen genau: Auch und gerade dann, wenn es lebensgefährlich wird: Wenn wir da draußen ein Problem haben, ob Segler, Surfer oder Fischer, die Jungs (und Mädels) fahren los, mag das Wetter auch noch so hässlich sein.

Aus diesem Grunde, liebe Haupt- und Ehrenamtlichen von der Gesellschaft: Vielen Dank und immer eine sichere Heimkehr!

Sommeranfang: Die Schleimündung

 

An der Mündung der Schlei liegt eine kleine Halbinsel: Die „Lotseninsel“, früher Wohnort der Lotsen, die den Schiffern auf der Schlei den sicheren Weg zeigten, ist mit einer schmalen Landzunge mit dem Festland verbunden, die aber als Naturschutzgebiet nicht zugänglich ist.

Maaßholm

 

 

Schon die Wikinger wussten: diese Pappelgruppe zeigt den Weg nach Haitabu an. Als Seezeichen sind die Pappeln nach wie vor geeigneter als der offizielle Leuchtturm, der die Mündung der Schlei bezeichnet. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: Während man den Leuchtturm nach wenigen Meilen nicht mehr sieht, ist die Baumgruppe bei guter Sicht knappe zehn Meilen weit erkennbar.

Pappeln statt Palmen – Südseefeeling an der Schlei

 

Neben dem alten Lotsenhaus und dem  Leuchtturm gibt es auf der Halbinsel noch ein kleines Restaurant, dessen Kunden vor allem mit dem Ausflugsdampfer vorbei kommen, oder als Segler oder Paddler im kleinen Hafen nächtigen. Für viele Segler, die an der Schlei liegen und für mich ist dieser Ort das Tor zur Freiheit: Mehrere Segeltörns habe ich an der Schlei begonnen. Nach einer Stunde unter Motor zeigte der Leuchtturm: Hier beginnt die freie Ostsee.

Eine Woche habe ich dieses Jahr auf der Lotseninsel gewohnt: das alte Lotsenhaus dient jetzt als Tagungshaus für Jugendgruppen. In dieser tollen Lage durften wir eine Woche mit einer Jugendgruppe zum Thema Ostsee und Klimawandel arbeiten, bevor uns die Sigandor, ein alter Segler abholte zur Reise auf der Ostsee. Davon später ein paar Eindrücke.

Yacht im Abendlicht

Laesø und Anholt

Die letzten Bilder meiner Norwegen-Reise schlummern noch auf meiner Festplatte:

Etwas Seegang schafft Abwechslung auf der Kreuz nach Laesø.
Etwas Seegang schafft Abwechslung auf der Kreuz nach Laesø.

Für einen kleinen Spaziergang über Laesø blieb noch Zeit: 

 

20160821_1330

 

Touristenattraktionen weit und breit.
Touristenshops weit und breit.

Der Badestop auf dem Weg nach Anholt, war nur etwas für mutige: Ohne Taucherbrille oder Ausguck an Deck wäre es zu unangenehmen Überraschungen gekommen: Die Nesselfäden dieses Exemplares haben nur um 10cm meine Brille verfehlt…

 

Etwas Spannung beim Baden.
Etwas Spannung beim Baden.

Auf Anholt stand eine Wanderung zu den Seehundbänken an, von deren Bewohnern ich euch aber leider keine brauchbaren Aufnahmen mitbringe.


20160823_1232

20160823_1232-3

Ziel der Wanderung: Leuchtturm Anholt.
Ziel der Wanderung: Leuchtturm Anholt.

Auf dem Weg nach Aarhus dann noch eine letzte Nachtwache. Sonnenuntergang, Meeresleuchten, das leise Gurgeln an der Bordwand singt und wiegt einen in den Schlaf…

Letzte Nacht unter Segeln.
Letzte Nacht unter Segeln.

20160825_1319

20160825_1632-3

Ein letzter Badestop gibt mir die Gelegenheit, euch die Lovis noch einmal in voller Schönheit zu zeigen. Bitte entschuldigt den Wassertropfen 😉

Rostock-Altstadt

Erinnert ihr euch noch an meinen Segeltörn in Rostock, und an das Panorama aus Rostock?

Ich hab da noch was für euch auf der Festplatte gefunden:
20150813_1533Beginnen wir unseren Altstadt-Rundgang am Kröpeliner Tor. Als Überbleibsel der alten Stadtbefestigung erinnert es neben Mauerabschnitten und weiteren Toren an die wehrhafte, selbstbewusste Hansestadt im Mittelalter.

 

 

20150813_1551-2

Ein Stück weiter lockt eine Nebenstraße. Klosterhof, Klosterkirche und Klostergarten ziehen mich magisch an.

Leider sind dort sehr viele Baugerüste und moderne Glasflächen, die mich stören. Daher nur ein keiner Eindruck.

 

 

 

20150813_1610-2

Gehen wir die Kröpeliner Straße ein Stück weiter hoch. Das Nikolaiviertel soll unser Ziel sein. Doch rechts der Straße steht das nächste gewaltige Gemäuer. „Sankt Marien“ Noch ein gotisches Gotteshaus aus Ziegeln gemauert. Eine berühmte astronomische Uhr soll sich darin befinden. Doch an allen Türen der mächtigen Kirche scheitere ich.

20150813_1608

Keine einzige ist offen.

 

Nun, gehen wir weiter. Da vorn ist schon Sankt Petri.

20150813_1626-2

Schade, dass sie eingerüstet ist. Doch schaut mal genau hin! Da rechts im Dach! Das sind Balkone! und darüber Solarzellen!

Da wohnen Menschen im Dach der Kirche. So einen Umbau habe ich noch nie gesehen.

 

 

SO langsam nähern wir uns dem Ziel. Sankt Nikolai, die letzte Kirche der Backsteingotik für heute.

Und die erste, die nicht verschlossen ist

20150813_1656-2

Ab gehts auf den Turm!

 

 

Sankt Marien zu Rostock.
Sankt Marien zu Rostock.

Die Aussicht von dort habe ich euch ja hier schon gezeigt. Doch jetzt habe ich auch noch eine Innenansicht:

20150813_1707-2

20150813_1706

So siehts im Turmhelm der Nikolaikirche aus.

20150813_1709

Doch seht mal da, da unten ist der Hafen. Dann gehn wir mal am Wasser zurück.

20150813_1801-2

20150813_1801-3

20150813_1803

20150813_1809

Bremerhaven – „Die Gesellschaft“

Wollen wir noch einen Abendspaziergang am Deich von Bremerhaven machen?

Pier beim Schlepperhafen
Pier beim Schlepperhafen

Mal sehen, was sich am Hafen noch so tut.

Das Fliegzeug guckt auch mit.
Das Fliegzeug guckt auch mit.

Was ist denn da los?

 

SK "Hannes Glogner" mit TOchterboot
SK „Hannes Glogner“ (23m) mit Tochterboot

Da sind die Jungs von „Der Gesellschaft“ auf Übungs- und Werbefahrt.

„Die Gesellschaft“ So heißt unter den Fischern und Seglern und anderen, die auf Nord- und Ostsee zuhause sind, die „Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger“ oder kurz „DGzRS“ Markenzeichen dieser nichtstaatlichen Organisation, die in den deutschen Hoheitsgewässern die Aufgabe der Seenotrettung wahrnimmt sind die Seenotrettungskreuzer mit Beiboot „Huckepack“, dem sogenannten Tochterboot.

SK Hannes Glogner beim aufnehmen des Tochterboots
SK Hannes Glogner beim Aufnehmen des Tochterboots

1865 als Zusammenschuss regionaler Hilfsgesellschaften an der Küste gegründet, retten hauptberufliche und freiwillige Rettungsmänner und -frauen seit 150 Jahren unter dem roten Hansekreuz Menschen von Schiffen und Booten, Inseln und Halligen. Nicht zu vergessen Schwimmer, Surfer, Pferde, Hunde, Seehunde und Rehe, die auch schon aus Notsituationen befreit wurden.

 

Hermann Rudoff Meyer, neue 23m Klasse auf Heimfahrt
Hermann Rudolf Meyer, neue 23m Klasse auf Heimfahrt. Deutlich zu sehen: Das Hansekreuz am Aufbau.

Finanziert durch Spenden und getragen durch Ehrenamtliche zeichnet „die Gesellschaft“ die Unabhängigkeit aus. So fuhren die Schiffe im Laufe des Zweiten Weltkrieges mit unter dem Zeichen des Roten Kreuzes und waren so durch die Genfer Konventionen geschützt. Als überparteiliche, unabhängige Kräfte, die helfen, ohne nach Nationalität und Konfliktpartei zu fragen, also „Tabu“ für die Waffen der Kriegsparteien.

Diese Unabhängigkeit ist bis heute eine Besonderheit in der Seenotrettung. In den meisten Staaten ist diese Teil der Küstenwache, verfügt also als Staatsbehörde über hoheitliche Aufgaben und Rechte.

SK Hannes Glogner läuft in die Weser ein.
SK Hannes Glogner läuft in die Weser ein.

Viele Küstenbewohner kennen die kleinen roten Sammelschiffchen mit dem  Hansekreuz vom Kneipentresen oder Apotheken, Restaurants und der Touristinfo. Die sind es durchaus wert, ein paar Münzen aufzunehmen und nach Bremen in die Organisationszentrale zu schippern, um dort zu Gunsten der größeren Schiffe der Flotte entladen zu werden.

Die Hermann RUdolf Meyer beim Einlaufen in die Weser Richtung Geestemündung.
Die Hermann Rudolf Meyer beim Einlaufen in die Weser Richtung Geestemündung.

 

 

 

 

KiWo XIV: SS Artemis

Dass Segelschiff Artemis soll den krönenden Abschluss dieser Kieler Woche bilden:

Artemis (1 von 9)
Die Artemis im Päckchen mit der Atlantis an der Hörn.

1926 als Walfänger gebaut befuhr die Artemis die Polarmeere und besuchte dabei auch die Beringsee und Spitzbergen.

Artemis (2 von 9)

In den fünfziger Jahren als Frachter umgebaut verband die Bark dann Asien und Südamerika über den Pazifik.

Artemis (3 von 9)
Klüverbaum der Artemis

Nach nochmaligem Umbau ist Sie jetzt Kreuzfahrtsschiff.

Artemis (4 von 9)
Untermarssegel am Großmast

 

Schiffstyp: 3-Mast-Bark Heimathafen/Flagge: Harlingen/Niederlande
Länge: 59 Meter Breite: 7,01 Meter
Tiefgang: 3,50 Meter Segelfläche: 1050 m²
Masthöhe: 31 Meter Gross Tonnage: 321 Tonnen
Hauptmotor:       Caterpillar 550 PS + Bugschraube Geschwindigkeit:         unter Segeln 10 Knoten / mit Motor 8 Knoten

Quelle

Artemis (5 von 9)
Blick von der Schilksee aus auf die Bark „Artemis“

So, dieses Schiff nennt sich Bark. Wir hatten schon eine Barkentine, die  nur am Fockmast Rahsegel hatte, den Rest in Schonertakelung (Das sind Hoch- oder Gaffel-Segel in Längsrichtung) und eine Brigg, die überall Rahsegel hatte und zusätzlich am Besanmast (das ist der hintere Mast) ein Hochsegel. Hier nun das klassische Windjammerformat, die  Bark. mit zwei Masten mit Rahsegeln und am Besanmast dann Gaffel-Segel und zusätzlich den Vorsegeln am Klüverbaum hatte die Bark ein meist ideales Verhältnis von Segeln, die eher mit „Rückenwind“ also auf Vor-dem-Wind-Kurs wirkten (Rahsegeln) und Segeln, die ideal für Kurse mit seitlichem oder sogar schräg von vorn kommendem Wind (Die Gaffelsegel und die Klüver.)

Artemis (7 von 9)
Das Obermarssegel am Fockmast der Artemis.
Artemis (8 von 9)
Zurück zur Hörn zum Liegeplatz
Artemis (9 von 9)
Blick von der Fähre „Schilksee“ aus auf die „Artemis“

Wer noch mehr sehen will: Christian hat bei der Windjammerparade am Samstag noch Bilder gemacht: ch9x.

KiWo XI: Die Hafenfähren

Laboe (1 von 3)
Die Laboe, im Hintergrund die Brigg „Mercedes“

Eine kleine Rundfahrt wollte ich doch machen, schließlich wäre immer nur der Innenhafen schon längst langweilig geworden. Also warte ich auf die Hafenfähre.

Da kommt sie schon. Das hier ist die „Laboe“ bei der Lindenau Werft in Kiel 1984 gebaut, 300 Passagiere fassend versieht sie ihren Liniendienst auf der Förde.

Laboe (2 von 3)
Die „Laboe“ beim Anlegen. gleich gehts auf Fahrt.

Länge über alles32,70 m

Breite7,60 m

Tiefgang2,40 m

Laboe (3 von 3)
Gute Fahrt noch!

 

Zurück gehts mit der nächsten Fahrt:

Schilksee (4 von 8)
Blick aufs Brückendeck der „Schilksee“

Die etwas kleinere Schilksee nimmt mich mit zurück Richtung Bahnhof.

Schilksee (1 von 8)

Schilksee (2 von 8)

Schilksee (7 von 8)

Die 1986 ebenfalls bei Lindenau in Kiel gebaute Fähre fasst nur 246 Personen.

Länge über alles 28,06 m
Breite 7,00 m
Tiefgang 2,00 m
Schilksee (3 von 8)
Auf der Brücke der Schilksee

Viele schimpften auf die Besatzung der Fähre. Angetrunkene Gäste der KiWo meckerten, wenn die Fähre Verspätung hatte und dann auch noch nicht mehr auf den Rest der Jungessellenabschieds-Truppe warten wollte.

Nicht viel besser wurde das, wenn die Besatzung zwei Anläufe brauchte zum anlegen, weil die Leine nicht genau die Klampe traf.

Schilksee (6 von 8)
Anlegen in Falckenstein

Die Fährbesatzung steht auf der vollen Förde zur Kieler Woche im Dauerstress und die vielen anderen  Fahrzeuge, auf die Rücksicht genommen werden möchte, machen das Fahren nicht einfacher. Fähren, Busbetrieb und Bahn leisten außergewöhnliches zur Kieler Woche. Und diese Leistung gehört gewürdigt. Da kann es auch mal vorkommen, dasss irgendwas nicht so ganz klappt. Und hey, Jungs, ne Ehrenrunde schadet doch nicht.

Jetzt heißt es: gut zielen.
Jetzt heißt es: gut zielen.