Winterreise am Baggersee

 

Sei Jahren begleiten mich die Lieder aus Schuberts Winterreise durch jeden winterlichen Park, jede Zugfahrt und Reise in der kalten Jahreszeit. Eigentlich hatte ich schon länger vor, einen Bilderserie zu diesem Lied-Zyklus aufzunehmen. analog und schwarz weiß will ich den 24 Liedern der Romantik meinen Tribut zollen. Mit dem Winter hatte ich dies Jahr kein Glück, daher nur vier Aufnahmen, digital und in Farbe.

Auf dem Flusse

Ich kann es nicht so genau sagen, wieso, aber irgendwie kommt mir – dem ewigen Einzelgänger – der liebeswunde, wandernde Handwerksbursche bekannt vor. Vielleicht, weil er immer wieder Orte (und Zeiten) einfach zurücklässt und nichts ihm bleibt.

Erstarrung

Für alle, die ich neugierig machen konnte: Einspielung mit Dietrich Fischer Dieskau: https://www.youtube.com/watch?v=c8UDOmUcxCk

 

 

Wasserflut

Der Beitrag ist mit angeregt durch einen anderen Kulturaffinen Weblog: Schaut mal rein bei Sarah’s Gedankenbloggierung:

 

 

 

Magische Mottos: Abstrakt

Bei Paleicas magischen Mottos möchte ich dieses Jahr wieder dabei sein:

Den Anfang bildet dieses Jahr „Abstraktion“

 

Wikipedia sagt:

Die Abstraktion ist das Weglassens von Einzelheiten und des Überführens auf etwas Allgemeineres oder Einfacheres. […] In der Bildenden Kunst bezeichnet Abstraktion einerseits die mehr oder weniger ausgeprägte stilistische Reduzierung der dargestellten Dinge auf wesentliche oder bestimmte Aspekte. In diesem Fall spricht man davon, dass vom Allgemeinen auf das Wesentliche abstrahiert wird. Was als wesentlich gilt, bestimmt einerseits die Kreativität des Künstlers, andererseits die Wahrnehmung des Betrachters.

 

Dieses Motiv – Alleseits beliebt – habe ich in Leipzig aufgenommen: Am Vortag zur blauen Stunde fuhr ich hier mit dem Fahrrad vorbei und hatte eine Bildidee. Leider war tags darauf kein blauer Himmel, daher habe ich die Blickrichtung auf die Autos geschwenkt.

In unserer Physikvorlesung abstrahieren wir Autos und andere Objekte als „Punktmassen“ also stellen wir uns das Auto als 1.5t schweren Punkt vor, der – ohne räumliche Ausdehnung – im Koordinatensystem leicht darstellbar ist, und durch den viele Faktoren vernachlässigt werden können: einem Punkt ist es egal, wie er gedreht wird, ob sich zusätzlich zur Vorwärtsbewegung noch Bewegung um sich selbst stattfindet. So lässt sich ein beschleunigendes, Bremsendes oder kollidierendes Auto vereinfachen zu einer Gleichung, die mit Schulmathematik lösbar ist.

Ohne die Fahrzeuge zu sehen ist einem Betrachter klar, was hier in welche Richtung unterwegs ist. Auf See um so wichtiger, aber auch hier, lässt sich aus Lichtpunkten auf Art, Richtung, Tempo und Größe des Fahrzeuges schließen.

 

Wie zeigt man Bewegung in einem stehenden Bild? Auch hierzu dient eine Abstraktion: Dadurch, dass wir den „Moment“ den ein Bild aufnimmt verlängern, können wir Bewegung sichtbar machen: 

 

Federn und Styropor, oder: was fliegt und schwimmt am Baggersee?

Hochdruckeinfluss bis zum geht nicht mehr, Bis zu -15° in der Nacht und klare Luft. Klar, dass es mich da TROTZ der Uni-Hausaufgaben in die Flussauen zieht. Leider brauchte ich bis zur Flussaue recht lange, da mich am Baggerseee direkt zwei Stockenten im Kampf in ihren Bann zogen. Leider zankten sie sich so zwischen mir und der Sonne, dass ich kein gutes Bild davon habe. aber dann interessierten sich zwei Schwäne für meine Kamera:

Was hast du da großes, schwarzes, klapperndes?
Was hast du da großes, schwarzes, klapperndes?

Das Interesse beruhte auf Gegenseitigkeit:

Weinst du?
Schmuck oder Tränen?

Eine Reiherente wurde ganz verrückt, als die Schwäne vorbeikamen:

Ich will auch aufs Bild!
Ich will auch aufs Bild!

Endlich kam ich doch weiter.

Licht im dunklen Winter
Licht im dunklen Winter

Mehrfach kreuzte sie meinen Weg, ich glaube, sie wollte fangen spielen:

Weggefährte
Weggefährte

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Mit der goldenen Stunde ging ich zurück: am Baggersee flogen nun nicht nur Vögel:

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Mein Nachbar startete zur Freude aller Väter und Kinder eines seiner Modellflugzeuge.

Da es schon etwas dämmrig wurde, nahm ich die günstige Gelegenheit wahr, ein paar „Mitzieher“ zu üben:

Landeanflug
Landeanflug

Wesentlich besser als bei Vögeln lässt sich die Flugbahn vorhersehen und durch die hohe Geschwindigkeit sind bereits bei 1/100s erste Mitzieher möglich.

 

Ready to Takeoff
Ready to Takeoff

Nächstes mal schaffe ich vielleicht auch Luftbilder, diesmal waren mein AF und ich nicht schnell genug um mit den Loopings und Sturzflügen mitzuhalten.

Wildnis in der Stadt

Zu Hause im Plattenbauviertel bin ich immer wieder fasziniert von der Wildnis direkt in er Stadt.

Abendstimmung im Plattenbau-Viertel
Abendstimmung im Plattenbau-Viertel

Leipzig ist insgesamt sehr grün durch die Flußauen, die sich durch die Stadt ziehen.

Haltet den Dieb! Hier ging mal wieder die Nahrung flöten.
Haltet den Dieb! Hier ging mal wieder die Nahrung flöten.

Das Zusammenspiel von Mensch und Natur hat es mir angetan: Die Stadt wurde um die Flussauen herum geformt, alte Schlossparks, Bahndämme und wilde Feuchtwiesen wechseln sich ab.

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Flussaue

Kälte und Schlammwetter

Zehn Tage ists her, da wars hier klirrend kalt, was mich aber nicht abhielt, mit dem ersten Sonnenstrahl in die Stiefel zu steigen und loszuziehen:

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Morning has broken,
Morning has broken,
like the first morning.
like the first morning.

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Mitten in der Stadt – direkt bei mir um die Ecke, liegt dieser Baggersee am Rande einer Flussaue, Die Sonne ging zwar erst gegen acht auf, trotzdem war hier kein Mensch.

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Immer wieder finde ich es schön, die Sonne aufgehen zu sehen, es ist die schönste Tageszeit für Photos, finde ich. Meist weniger los, als beim Sonnenuntergang, Nebel überm Wasser…

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Auf dem Rückweg vom Morgenspaziergang traf ich noch den Freund hier an:

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Inzwischen ist es wieder wärmer – aber nicht unbedingt schöner – geworden:

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Morgengymnastik

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Erinnert ihr euch noch an die Krähe mit der Nuss? Der Eichelhäher gehört auch zu den Rabenvögeln, und der Futterneid ist genau so groß:20161120_1109-2

 

Laesø und Anholt

Die letzten Bilder meiner Norwegen-Reise schlummern noch auf meiner Festplatte:

Etwas Seegang schafft Abwechslung auf der Kreuz nach Laesø.
Etwas Seegang schafft Abwechslung auf der Kreuz nach Laesø.

Für einen kleinen Spaziergang über Laesø blieb noch Zeit: 

 

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Touristenattraktionen weit und breit.
Touristenshops weit und breit.

Der Badestop auf dem Weg nach Anholt, war nur etwas für mutige: Ohne Taucherbrille oder Ausguck an Deck wäre es zu unangenehmen Überraschungen gekommen: Die Nesselfäden dieses Exemplares haben nur um 10cm meine Brille verfehlt…

 

Etwas Spannung beim Baden.
Etwas Spannung beim Baden.

Auf Anholt stand eine Wanderung zu den Seehundbänken an, von deren Bewohnern ich euch aber leider keine brauchbaren Aufnahmen mitbringe.


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Ziel der Wanderung: Leuchtturm Anholt.
Ziel der Wanderung: Leuchtturm Anholt.

Auf dem Weg nach Aarhus dann noch eine letzte Nachtwache. Sonnenuntergang, Meeresleuchten, das leise Gurgeln an der Bordwand singt und wiegt einen in den Schlaf…

Letzte Nacht unter Segeln.
Letzte Nacht unter Segeln.

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Ein letzter Badestop gibt mir die Gelegenheit, euch die Lovis noch einmal in voller Schönheit zu zeigen. Bitte entschuldigt den Wassertropfen 😉

Nussknacker

Vor meinem Fenster steht eine große Linde. In er Umgebung leben viele Krähen. Eine davon kam mich vor ein paar Tagen besuchen:

Darf ich vorstellen: Krähe mit Walnuss
Darf ich vorstellen: Krähe mit Beute

Was macht man denn, um an den Inhalt dieser Beute zu gelangen?

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Mit Schnabel und Krallen wird die Nuss bearbeitet.

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Vielleicht hilft eine Astgabel als Schraubstock?

Immer aufpassen!
Immer aufpassen!
Vielleicht will einem ja wer die Beute abnehmen?
Vielleicht will einem ja wer die Beute abnehmen?

Und richtig: in dem Moment, als ich die Kamera kurz absetzte flog vom Hausdach eine zweite Krähe an und jagt der ersten die Nuss ab. Grmpf.

 

Was lange währt wird endlich gut.

Jeden Morgen und jeden Abend fahre ich mir dem Rad durch den Park und der Anblick lässt jedes mal mein Herz höher schlagen:

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Bäche und Gräben prägen die Flußauen.

Im Morgennebel taucht der Eichelhäher auf, begleitet mich ein Stückchen, Eisvögel queren meinen Weg und im abendlichen Zwielicht jagt dann der Graureiher Fische direkt neben dem Weg.

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Elster im Herbstlaub

Heute bin ich mal extra zu Fuß losgezogen, diese Nachbarn zu photographieren. Den Eichelhäher sah ich nur ganz kurz und von hinten. Zu allem Überfluss schob sich jetzt auch noch eine Wolke vor die Sonne. Doch zur Entschädigung saß auf dem anderen Bachufer: Der Graureiher

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Knapp 20 Minuten saß ich ihm gegenüber. Laut Fokusring mit gerade mal 20m Abstand! Mein Sitzplatz war leider so gewählt, dass der Weg zwischen mir und ihm lag. Ich wartete, den Finger auf dem Abzug, auf einen Fischfang oder Abflug, doch im entscheidenden Moment fuhr eine Familie mit dem Rad durch mein Bild.

Knapp zu spät...
Knapp zu spät…

Doch das Glück ist mir heute hold: er setzt sich auf den nächsten Baum:

Gute Aussicht.
Gute Aussicht.

Und zur Belohnung bricht jetzt auch noch der Himmel auf.

Sonnenbad im Herbstlicht
Sonnenbad im Herbstlicht

Manche Spaziergänger kamen nun schon zum zweiten mal an mir vorbei, ohne, dass ich meinen Platz verlassen habe, also musste ich mich langsam mal auf den Heimweg machen:

 

Park im Herbstkleid
Park im Herbstkleid

So schön das Herbstgewand auch ist: Ungefährlich sind Blätter und Schlamm für alle Radfahrer nicht. Aber ich genieße es, dass mein Weg zur Uni hier entlang führt und so lange das Wetter es zulässt, werde ich hier mit dem Rad zur Uni fahren. Die Flußauen machen die Stadt sehr grün, was mir gut gefällt.

Herbst am "Bagger"
Herbst am „Bagger“