Darktable statt Lightroom?

Dreh- und Angelpunkt in der Publikation der Bilder ist für mich der Schritt,aus meiner RAW-Datei ein Jpeg für das Internet zu machen. Jahrelang lief diese Bearbeitung, sowie Bildbearbeitung und Archivierung bei mir mit Adobe Lightroom.

Seit längerer Zeit läuft mein Laptop unter Linux. Einige Zeit habe ich mich mit einer virtuellen Maschine durchgehangelt, um Lightroom weiter zu nutzen, doch zum Jahreswechsel stand dann die Umstellung an: Seit zwei Monaten nutze ich nun schon Darktable. Zunächst als einmonatiger Versuch ausgelegt, habe ich mich entschieden, dabei zu bleiben.

Dateiverwaltung mit Importdialog

Nach erster Verwunderung stellte ich fest: Alles, was ich in der Dateiverwaltung bei Lightroom nutzte, ist hier auch wieder möglich. Unterschied, und das gefällt mir persönlich gut, ist, dass z.B: bei den Importdarstellungen nicht graphisch gearbeitet wird, das erfordert bei Ungeübten etwas Eingewöhnung, mit Ordnerpfaden (Platzhaltern) usw. Regeln für die Dateiverwaltung zu formulieren.

Mit (Smart-)Sammlungen habe ich bis jetzt noch nicht wieder gearbeitet, kann dazu also gerade nichts sagen.

 

In der Bearbeitung wird man zunächst von viel mehr Schaltflächen erschlagen.

Bearbeitungsfenster

In fünf Registerkarten (Piktogramme unter dem Histogramm), sowie „Favoriten“ und „aktuelle aktive“ finden sich zig Bearbeitungsmöglichkeiten, m.E. mehr als bei Lightroom.

Was mir hier aber besonders gefällt, ist die präzise Umsetzung der Einstellungen. Neben Sättigung, Helligkeit und Farbton wie hier rechts zu sehen, lassen sich auch Luminanz, Chrominanz und Schärfe, sowie verschiedene weitere Anpassungen über Equalizer sehr differenziert Einstellen. Und durch die verstellbaren Radien der Equalizer lässt sich – anders als bei den Schiebern in Lightroom auch mit verschieden hoher Streuung ein einzelner Farbbereich anpassen, also lässt sich eine sehr flach ansteigende, breite, als auch eine sehr steile und schmale Kurve konstruieren. Insgesamt finde ich durch diese graphischen Elemente die Bearbeitung wesentlich einfacher.

Auch ist JEDES Werkzeug mit einer graphischen oder parametrischen Maske anwendbar.

Beispiel Monochrom: Farbfilter rechts einstellbar, über die gezeichnete Maske wurde direkt das Colorkey erstellt.

Was ich ein wenig vermisse: Die Möglichkeiten der Ausgabe: Lightroom gab mir die Möglichkeit, als fertige Web-Galerien zu exportieren. Auch als Diashow konnte eine Bilderstrecke fertig gestellt und mit Rahmen, Logo und Übergängen als Filmdatei exportiert werden.

Die Kartenfunktion habe ich mangels GPS-Adapter nie genutzt.

Zum technischen: Ich nutze Darktable auf dem neusten Stand, Lightroom besitze ich in der Version 4.4, kann also sein, dass sich einiges geändert hat, subjektiv treffen meine Statements aber auch auf die dienstlich genutzte Version Lightroom 6 zu.

Darktable ist Freeware, Lightroom habe ich NICHT gesponsort bekommen.

 

 

 

Besuch

Das hatte ich nicht mals auf dem Koppelsberg: Vom Schreibtischstuhl aus Raubvögel photographieren:

Mein heutiger Gast war ein Sperber:

Scharfe Augen mustern mich.

Der kleine, in ganz Europa vorkommende Greifvogel bevorzugt Nadelwälder und Feldgehölz als Brutstätte, zur Jagd auf Kleinvögel  dienen ihm aber auch offenere Landschaften. Da er aber nur kurze Jagdflüge schafft, benötigt er Deckung zum Überraschungsangriff.

Fürs Photo wird sich noch mal in bessere Position begeben.

Fertig zum Absprung?

Ein paar der Aufnahmen seht ihr in nächsten Tagen noch mal: Dann werde ich euch meine Erfahrungen mit Darktable berichten.

 

Winterreise am Baggersee

 

Sei Jahren begleiten mich die Lieder aus Schuberts Winterreise durch jeden winterlichen Park, jede Zugfahrt und Reise in der kalten Jahreszeit. Eigentlich hatte ich schon länger vor, einen Bilderserie zu diesem Lied-Zyklus aufzunehmen. analog und schwarz weiß will ich den 24 Liedern der Romantik meinen Tribut zollen. Mit dem Winter hatte ich dies Jahr kein Glück, daher nur vier Aufnahmen, digital und in Farbe.

Auf dem Flusse

Ich kann es nicht so genau sagen, wieso, aber irgendwie kommt mir – dem ewigen Einzelgänger – der liebeswunde, wandernde Handwerksbursche bekannt vor. Vielleicht, weil er immer wieder Orte (und Zeiten) einfach zurücklässt und nichts ihm bleibt.

Erstarrung

Für alle, die ich neugierig machen konnte: Einspielung mit Dietrich Fischer Dieskau: https://www.youtube.com/watch?v=c8UDOmUcxCk

 

 

Wasserflut

Der Beitrag ist mit angeregt durch einen anderen Kulturaffinen Weblog: Schaut mal rein bei Sarah’s Gedankenbloggierung:

 

 

 

Magische Mottos: Abstrakt

Bei Paleicas magischen Mottos möchte ich dieses Jahr wieder dabei sein:

Den Anfang bildet dieses Jahr „Abstraktion“

 

Wikipedia sagt:

Die Abstraktion ist das Weglassens von Einzelheiten und des Überführens auf etwas Allgemeineres oder Einfacheres. […] In der Bildenden Kunst bezeichnet Abstraktion einerseits die mehr oder weniger ausgeprägte stilistische Reduzierung der dargestellten Dinge auf wesentliche oder bestimmte Aspekte. In diesem Fall spricht man davon, dass vom Allgemeinen auf das Wesentliche abstrahiert wird. Was als wesentlich gilt, bestimmt einerseits die Kreativität des Künstlers, andererseits die Wahrnehmung des Betrachters.

 

Dieses Motiv – Alleseits beliebt – habe ich in Leipzig aufgenommen: Am Vortag zur blauen Stunde fuhr ich hier mit dem Fahrrad vorbei und hatte eine Bildidee. Leider war tags darauf kein blauer Himmel, daher habe ich die Blickrichtung auf die Autos geschwenkt.

In unserer Physikvorlesung abstrahieren wir Autos und andere Objekte als „Punktmassen“ also stellen wir uns das Auto als 1.5t schweren Punkt vor, der – ohne räumliche Ausdehnung – im Koordinatensystem leicht darstellbar ist, und durch den viele Faktoren vernachlässigt werden können: einem Punkt ist es egal, wie er gedreht wird, ob sich zusätzlich zur Vorwärtsbewegung noch Bewegung um sich selbst stattfindet. So lässt sich ein beschleunigendes, Bremsendes oder kollidierendes Auto vereinfachen zu einer Gleichung, die mit Schulmathematik lösbar ist.

Ohne die Fahrzeuge zu sehen ist einem Betrachter klar, was hier in welche Richtung unterwegs ist. Auf See um so wichtiger, aber auch hier, lässt sich aus Lichtpunkten auf Art, Richtung, Tempo und Größe des Fahrzeuges schließen.

 

Wie zeigt man Bewegung in einem stehenden Bild? Auch hierzu dient eine Abstraktion: Dadurch, dass wir den „Moment“ den ein Bild aufnimmt verlängern, können wir Bewegung sichtbar machen: 

 

Federn und Styropor, oder: was fliegt und schwimmt am Baggersee?

Hochdruckeinfluss bis zum geht nicht mehr, Bis zu -15° in der Nacht und klare Luft. Klar, dass es mich da TROTZ der Uni-Hausaufgaben in die Flussauen zieht. Leider brauchte ich bis zur Flussaue recht lange, da mich am Baggerseee direkt zwei Stockenten im Kampf in ihren Bann zogen. Leider zankten sie sich so zwischen mir und der Sonne, dass ich kein gutes Bild davon habe. aber dann interessierten sich zwei Schwäne für meine Kamera:

Was hast du da großes, schwarzes, klapperndes?
Was hast du da großes, schwarzes, klapperndes?

Das Interesse beruhte auf Gegenseitigkeit:

Weinst du?
Schmuck oder Tränen?

Eine Reiherente wurde ganz verrückt, als die Schwäne vorbeikamen:

Ich will auch aufs Bild!
Ich will auch aufs Bild!

Endlich kam ich doch weiter.

Licht im dunklen Winter
Licht im dunklen Winter

Mehrfach kreuzte sie meinen Weg, ich glaube, sie wollte fangen spielen:

Weggefährte
Weggefährte

20161203_1449-3

Mit der goldenen Stunde ging ich zurück: am Baggersee flogen nun nicht nur Vögel:

20161203_1558

Mein Nachbar startete zur Freude aller Väter und Kinder eines seiner Modellflugzeuge.

Da es schon etwas dämmrig wurde, nahm ich die günstige Gelegenheit wahr, ein paar „Mitzieher“ zu üben:

Landeanflug
Landeanflug

Wesentlich besser als bei Vögeln lässt sich die Flugbahn vorhersehen und durch die hohe Geschwindigkeit sind bereits bei 1/100s erste Mitzieher möglich.

 

Ready to Takeoff
Ready to Takeoff

Nächstes mal schaffe ich vielleicht auch Luftbilder, diesmal waren mein AF und ich nicht schnell genug um mit den Loopings und Sturzflügen mitzuhalten.

Wildnis in der Stadt

Zu Hause im Plattenbauviertel bin ich immer wieder fasziniert von der Wildnis direkt in er Stadt.

Abendstimmung im Plattenbau-Viertel
Abendstimmung im Plattenbau-Viertel

Leipzig ist insgesamt sehr grün durch die Flußauen, die sich durch die Stadt ziehen.

Haltet den Dieb! Hier ging mal wieder die Nahrung flöten.
Haltet den Dieb! Hier ging mal wieder die Nahrung flöten.

Das Zusammenspiel von Mensch und Natur hat es mir angetan: Die Stadt wurde um die Flussauen herum geformt, alte Schlossparks, Bahndämme und wilde Feuchtwiesen wechseln sich ab.

20161127_1531-3
Flussaue

Kameratransport oder: DEN Rucksack gibts nicht.

Vor kurzem schrieb Paleica einen langen Beitrag über ihre Suche nach einem idealen Kamerarucksack. Da ich auch länger danach gesucht habe, und ihn wohl nie finden werde, möchte ich euch da auch ein wenig Hilfe oder Gedankenanstöße mitgeben und freue mich auf eure Tipps und Tricks.

Dieser Beitrag ist nicht gesponsort oder durch Kooperationen zustande gekommen.

Photorucksack für den Outdoor-Gebrauch

Zu Anfang hatte ich einen kleinen No-Name Rucksack, dessen Vorteil eines Innenraumes aus zwei Fächern dadurch kompensiert wurde, dass das untere zum Rücken hin aufging und daher in der Mitte des Rückens ein waagerechter Reißverschluss lief. Unbequem. Schmerzhaft.

Der Rücken ist gearbeitet wie bei einem Wanderrucksack.

Nach dem Kauf meines großen Teles entschied ich mich für den Tamrac Expedition 7. Bauart und Begurtung sind bei den Wanderrucksäcken entlehnt. Die sehr mittig angesetzten Hüftflossen lassen einem, wenn man die Lastkontrollriemen offen lässt, viel Bewegungsfreiheit, und wenn man sie festzieht, geben sie dem Rucksack gut Halt.

Das Modell ist sehr wetterfest gearbeitet, weist in diesem Punkt aber erste Schwächen auf: Da direkt unter der Außenhaut die Polster sitzen, können diese sich leicht vollsaugen, wenns doch mal zu viel Regen wird. Ebenso die Polster an Rücken und Gurten.

Haupt-RV abgedeckt, weitere verschweißt.

Die Front(mit Stativ drauf) muss zum Öffnen komplett abgeklappt werden. Im Deckel ist ein Laptopfach, das Stativ wird mittig darauf platziert.  D20161120_1327-2as ist  gut für die Balance und man kann ein etwas zu hohes Stativ mit dem Kopf vor Verhaken schützen. Daneben sind noch zwei kleine Schnellzugriffsfächer für Akkus, Speicherkarten usw.:

Jetzt das ABER: Das ist ein reiner Photorucksack. zwar kann man mit dem Tamrac-Eigenen „Strap-Accessory-System“ Anbauteile an den Seiten, auf den Hüft- und Schultergurten anbringen (mache ich gerne, aber nicht mit deren Taschen, die sind zu teuer), aber der Innenraum ist nicht für anderes Gepäck konzipiert:

20161120_1331 Eine Trinkflasche kann man je nach Bestückung mit Objektiven noch platzieren, Brotdose passt ins Laptopfach und Karte und Kompass geht immer irgendwie. Aber schon wenn dazu noch die Erste-Hilfe-Tasche kommt, wirds knapp. Und wenn man den Rucksack umbaut wirds nicht besser, ich habe es ausprobiert, den für eine Übernachtung

20160815_1315
Umgebaut

im Gelände zu packen: Man kann nichts dran festmachen und Lebensmittel neben der Kamera? Ich weiß nicht so recht.

 

Das sah dann so aus:

 

 

 

 

 

 

 

 

Alternative: Selbstgebaute Kombination

20161120_1354

Aus verschiedenen Grünen habe ich mir noch einen kleinen Wanderrucksack besorgt gehabt:  Fjell Räven Kajpak, 38 Liter.

Blick von oben in den Rucksack.
Blick von oben in den Rucksack.

Kurzer Hand wurde er zum Photorucksack umfunktioniert: Der Originalköcher vom Tele und eine kleine Kameratasche passen nebeneinander ganz oben in die Öffnung, also ein Tele, Kamera (ohne Batteriegriff) und zwei kleine Objektive können ohne Probleme mit. Die Trinkflaschennetze außen bieten mit den Kompressionsriemen guten Halt fürs Stativ (Trinkflasche als Gegengewicht) oder die Wanderstock-Fixierungen für ein Einbein.

Da die Kamera gut eingepackt ist, habe ich auch keine Angst mit Lebensmitteln im20161120_1358 Rucksack. In diesem Beispiel ist das Hauptfach so gefüllt gewesen: Oben den Tele-Köcher und meine „Crumpler Camera Case Base M“ Tasche für die Kamera. unten drunter die Erste-Hilfe-Tasche und zwei selbstgenähte Taschen (blau), die genau die Form haben, die es braucht, um die Kamera-Ausrüstung ganz oben zu halten(Bild rechts). Großer Vorteil: Das System ist flexibel: Ich kann die kleine Kameratasche lose mitnehmen, die Beladung anpassen usw. Wanderrucksack-Typisch kann man den Deckel noch nach oben verschieben, 20161120_1357was etwa 20cm Gewinn bringt (Bild links) und außen alles vollhängen (ein Rucksack ist erst voll, wenn man ihn unter der Beladung nicht mehr sieht). Achten solltet ihr bei einem Wanderrucksack dieser Größe auf die Begurtung: bei kleineren Rucksäcken (bis 30l) sind oft keine ordentlichen Hüftflossen verbaut, was das Tragen von viel Gewicht unbequem macht. Und schaut auf die Kleinigkeiten: Die beiden Taschen auf der Hüftflosse sind 20161120_1401für Taschenmesser, Kompass, Fahrkarte, Polfilter u.ä. sehr gut geeignet. Eine Pfeife am Brustriemen ist auch nicht schlecht.

Leider passen die Taschen nicht ganz, wie sich in der Aufsicht oben links erkennen lässt. ich überlege daher noch, den Deckel des Objektivköchers abzuschneiden.

So eine Kombi lässt selten einen Schnellzugriff zu, aber da ich häufig auch nur mit umgehängtem Tele, WW oder Makro in der Hosen bzw. Gürteltasche und Einbeinstativ am Gürtel losziehe, hänge ich in spannendem Gebiet einfach den Inhalt der Photo-Taschen außen an Rucksackgurte, Schultern usw. Den Kameragurt kann man gut unter dem Brustriemen sichern und die Stativschelle des Teles am Hüftgurt „einhängen“.

Praktischer Weise passt der Crumbler auch in meine Fahrrad-Lenkertasche, sodass ich auch eine gute Transportmöglichkeit auf dem Rad habe.

 

Letztendlich kann also auch ich nicht die Eierlegende Wollmilchsau präsentieren, jeder Photograph hat andere Ansprüche an Ausrüstung (photographisch und zum überleben), jede Tourplanung erfordert andere Logistik, diese beiden Optionen haben sich bei mir als Alternativen bewährt.

Was sind eure Transportlösungen? Mein Hauptkriterium ist, dass ich all mein Gepäck selbst auf einmal tragen kann (bzw. mein Fahrrad es trägt), selbst wenn ich nicht wandern gehe, da ich kein Auto habe.