Laboe: Seenotkreuzer Berlin

Nach langer Funkstille mal wieder ein paar Bilder von mir. Ich hoffe, ihr seid alle gut ins neue Jahr gerutscht. Am Neujahrsmorgen war ich in Laboe zu Besuch und möchte euch gerne den neuen Seenotkreuzer Berlin, eins der neusten Schiffe der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) vorstellen:

Einen halben Meter länger als der Vorgänger, löst das 120 Tonnen schwere Schiff nach fast 30 Jahren seinen gleichnamigen Vorgänger ab. Mit einer Gesamtleistung von fast 4000PS, aufgeteilt auf zwei Schrauben, fährt die Berlin mit bis zu 24 Knoten (ca. 45 km/h) zum Unglücksort. Neben navigatorischer Ausrüstung verfügt das Schiff über eine große Feuerlöschausrüstung, und Medizinische Technik, vergleichbar mit einem normalen Rettungswagen an Land.

Das kleine Beiboot, das „huckepack“ in einer Wanne im Heck liegt, ermöglicht Einsätze im flachen Wasser, da es nur 80cm Tiefgang besitzt. So kann man auch auf Sandbänken o.ä. zum Verunglückten gelangen.

Die Hauptamtliche Besatzung aus 4 Crewmitgliedern wohnt jeweils zwei Wochen an Bord, und wird dann für die nächsten zwei Wochen von der zweiten Crew abgelöst. So ist das Schiff Tag und Nacht sofort einsatzbereit.

Hier habe ich anlässlich eines Besuche in Bremerhaven „die Gesellschaft“, wie hier an der Küste die DGzRS auch genannt wird schon einmal vorgestellt, und hier findet sich die alter Berlin, der Vorgänger dieses Schiffes.

Auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen: Anders als auf der Straße, wo die Rettungskräfte von vielen mehr oder weniger als Ärgernis betrachtet werden, ist hier draußen die Freude doch größer: gerade als regelmäßiger Gast im gleichen Hafen, freut man sich immer, wenn „unser“ Seenotkreuzer nach erfolgreichem Einsatz wieder heil in den Hafen kommt. Denn wir alle wissen genau: Auch und gerade dann, wenn es lebensgefährlich wird: Wenn wir da draußen ein Problem haben, ob Segler, Surfer oder Fischer, die Jungs (und Mädels) fahren los, mag das Wetter auch noch so hässlich sein.

Aus diesem Grunde, liebe Haupt- und Ehrenamtlichen von der Gesellschaft: Vielen Dank und immer eine sichere Heimkehr!

Kampf dem Herztod

In Jedem Erste Hilfe-Kurs kommt es als Beispiel vor: Patient mit Atemnot, greift sich an den Brustkorb schmerzen,  die in den linken Arm ausstrahlen, das Musterbeispiel eines Herzinfarktes. Ein häufiges Krankheitsbild, das schnelles reagieren voraussetzt.

 

Hermoine vom Rescue Blog und Paul von Alltag im Rettungsdienst  und der Krangewagefahrer riefen zu einer Blogparade unter dem Stichwort „Kampf dem Herztod“ auf.

Ziel ist es, das Thema des Herzinfarktes etwas zurück ins Bewusstsein zu rücken. Ich habe im Privaten wie im Einsatz  damit noch nicht wirklich zu tun gehabt.

 

Da ich euch aber hier nur belehrend volltexten könnte, überlasse ich es den erfahreneren Rettungsdienstlern euch auf unterhaltsame Weise zu berichten.

Nur eins noch: Ich habe in der letzten Zeit verschiedenen Gruppen Erste Hilfe beigebracht. Nie habe ich so eine gute Reanimation (Wiederbelebung) gesehen, wie bei den Fünftklässlern eines lokalen Gymnasiums, für die eine Erwachsenenpuppe ein wahrer Riese ist. Ebenso bei der stabilen Seitenlage: Spielend haben die ihren 2m großen Lehrer  auf die Seite manövriert.

Was ich damit sagen möchte: Traut euch, lernt Erste Hilfe, es ist wirklich kinderleicht, und das einzige, was ihr falsch machen könnt, ist nichts zu tun!

 

Rettungsgasse 2

Als Sanitäter kann ich mich nicht oft genug über Erste Hilfe und alles was damit zusammenhängt reden hören, daher mal wieder ein Link zum leidigen Thema Rettungsgasse:

(Video von der Motoradstaffel Sachsen-Anhalt)

Liebe Leute!

Die meisten Einsatzfahrzeuge sind etwas größer als ein Motorrad. Wie sollten da beispielsweise ein Krankenwagen oder gar ein schwerer LKW der Feuerwehr durchkommen? Bis der Einsatz-Teleporter erfunden wird, müsst ihr uns noch Platz machen. Es ist gar nicht so schwer: die ganz linke Spur fährt nach links, bis es nicht mehr weiter geht ( Ja,  auch auf den Grünstreifen) alle anderen nach Rechts bis zum grün. (Auch den Standstreifen nutzen) . Ihr spart damit den Einsatzkräften viel Zeit und rettet damit im Zweifel Leben! Hoffe, die Perspektive der Retter hilft hier ein bisschen, das Thema zu verbreiten.

 

Exkurs: Rettungsgasse

Liebe Autofahrer!

 

Mal ein ganz anderes Thema: Verkehrserziehung. Nein, Spaß beiseite. Ale haben in der Fahrschule gelernt, eine Rettungsgasse zu bilden, sobald ein Stau entsteht. Aber warum sieht man so eine Gasse viel zu selten? Das verschafft den Helfern echt viel Zeitgewinn!

Im Umgang mit Unfällen redet man von einer sogenannten „Golden Hour“ Einer Stunde Zeitfenster, in der man idealerweise den Patienten – vom Unfallzeitpunkt an gerechnet – Ins Krankenhaus gebracht haben sollte. Bitte tragt euren Teil dazu bei, indem ihr im Stau direkt Platz schafft!

Ich habe hier ein tolles Video aus dem Miniaturwunderland gefunden, was ich gerne weiter verbreiten möchte:

 

Bremerhaven – „Die Gesellschaft“

Wollen wir noch einen Abendspaziergang am Deich von Bremerhaven machen?

Pier beim Schlepperhafen
Pier beim Schlepperhafen

Mal sehen, was sich am Hafen noch so tut.

Das Fliegzeug guckt auch mit.
Das Fliegzeug guckt auch mit.

Was ist denn da los?

 

SK "Hannes Glogner" mit TOchterboot
SK „Hannes Glogner“ (23m) mit Tochterboot

Da sind die Jungs von „Der Gesellschaft“ auf Übungs- und Werbefahrt.

„Die Gesellschaft“ So heißt unter den Fischern und Seglern und anderen, die auf Nord- und Ostsee zuhause sind, die „Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger“ oder kurz „DGzRS“ Markenzeichen dieser nichtstaatlichen Organisation, die in den deutschen Hoheitsgewässern die Aufgabe der Seenotrettung wahrnimmt sind die Seenotrettungskreuzer mit Beiboot „Huckepack“, dem sogenannten Tochterboot.

SK Hannes Glogner beim aufnehmen des Tochterboots
SK Hannes Glogner beim Aufnehmen des Tochterboots

1865 als Zusammenschuss regionaler Hilfsgesellschaften an der Küste gegründet, retten hauptberufliche und freiwillige Rettungsmänner und -frauen seit 150 Jahren unter dem roten Hansekreuz Menschen von Schiffen und Booten, Inseln und Halligen. Nicht zu vergessen Schwimmer, Surfer, Pferde, Hunde, Seehunde und Rehe, die auch schon aus Notsituationen befreit wurden.

 

Hermann Rudoff Meyer, neue 23m Klasse auf Heimfahrt
Hermann Rudolf Meyer, neue 23m Klasse auf Heimfahrt. Deutlich zu sehen: Das Hansekreuz am Aufbau.

Finanziert durch Spenden und getragen durch Ehrenamtliche zeichnet „die Gesellschaft“ die Unabhängigkeit aus. So fuhren die Schiffe im Laufe des Zweiten Weltkrieges mit unter dem Zeichen des Roten Kreuzes und waren so durch die Genfer Konventionen geschützt. Als überparteiliche, unabhängige Kräfte, die helfen, ohne nach Nationalität und Konfliktpartei zu fragen, also „Tabu“ für die Waffen der Kriegsparteien.

Diese Unabhängigkeit ist bis heute eine Besonderheit in der Seenotrettung. In den meisten Staaten ist diese Teil der Küstenwache, verfügt also als Staatsbehörde über hoheitliche Aufgaben und Rechte.

SK Hannes Glogner läuft in die Weser ein.
SK Hannes Glogner läuft in die Weser ein.

Viele Küstenbewohner kennen die kleinen roten Sammelschiffchen mit dem  Hansekreuz vom Kneipentresen oder Apotheken, Restaurants und der Touristinfo. Die sind es durchaus wert, ein paar Münzen aufzunehmen und nach Bremen in die Organisationszentrale zu schippern, um dort zu Gunsten der größeren Schiffe der Flotte entladen zu werden.

Die Hermann RUdolf Meyer beim Einlaufen in die Weser Richtung Geestemündung.
Die Hermann Rudolf Meyer beim Einlaufen in die Weser Richtung Geestemündung.

 

 

 

 

Schiffe: Dienstag in Laboe

Endlich ist es soweit: Ich habe ein paar Schiffsbilder für euch. Aber nicht aus meinem Archiv. Da diese Woche die Vormann Jantzen, einer der Rettungskreuzer der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger, zusätzlich zur Berlin in Laboe war, musste ich unbedingt ein paar neue Photos machen.